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Dienstag, 22.05.2012
E@rthview-Archiv
Extremwetter
29.11.2010
Sintflutartige Regenfälle auf der Iberischen Halbinsel
In großen Teilen Spaniens und Portugals sowie in Nordafrika ist es in den letzten Tagen zu heftigen, teils gewittrigen Niederschlägen gekommen. So fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beispielsweise in Gibraltar bis zu 115 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. In Murcia/Alcantarilla, Südostspanien, waren es sogar 191 Liter und selbst auf Menorca wurden noch 88 Liter gemessen. Auch in Marokko, Algerien und Tunesien waren 24-stündige Regenfälle von immerhin noch zehn bis 40 Liter pro Quadratmeter keine Seltenheit. Diese Unwetter beschränken sich im Norden Afrikas größtenteils auf die Küstenregion und das Atlasgebirge und erreichen die nördlichen Ausläufer der Sahara aufgrund der Abschirmung (Leewirkung) durch das Atlasgebirge nur stark abgeschwächt. Ursache für die Regenfälle ist laut DWD eine für Europa und den Norden Afrikas eher untypische Wetterlage, zumindest was den Zeitraum Ende November angeht. Zwar bringen dann üblicherweise Kaltluftvorstöße aus polaren Breiten den ersten Wintereinbruch mit teils kräftigem Schneefall in Mittel- und Osteuropa, diese Kaltluftvorstöße haben aber typischer Weise eine südliche bis südöstliche Stoßrichtung. Momentan jedoch dringt die Kaltluft aus polaren Breiten aber von Skandinavien über Mitteleuropa zur Iberischen Halbinsel vor, sie hat also eine südwestliche Stoßrichtung, so der DWD. Und statt Temperaturen um 20 Grad im Süden der Iberischen Halbinsel, wie man sie Ende November in jener Gegend noch oft antrifft, geht es auch dort nun abwärts auf Werte von nur noch rund zehn Grad. Diese Wetterlage, als typisches Zirkulationsmuster, findet sich üblicherweise in den Großwetterlagen Europas erst in den Monaten des Hochwinters Anfang Januar bis Mitte Februar häufig und ist verbunden mit kräftigen Niederschlägen im Mittelmeerraum und in den angrenzenden Staaten Nordafrikas. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es in der momentanen Situation zu den Unwettern gekommen ist. Dieses Zirkulationsmuster bleibt uns dem DWD zufolge auch in den nächsten Tagen erhalten, so dass es beim Winterregen im Norden Afrikas sowie im westlichen Mittelmeerraum bleibt. In Mittel- und Osteuropa dagegen dominiert weiterhin die polare Kaltluft mit teils kräftigen Schneefällen.
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