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Freitag, 10.02.2012
Katzen, Krähen und Elstern in der Stadt
Ernste Bedrohung oder natürliche Regulatoren?

Nesträuber, Bedrohung für die Singvogelbestände.... als am 1. Januar 1987 alle Singvögel und auch die Elstern und Krähen in der EU unter Schutz gestellt wurden, entfesselte dies unter Singvogelfreunden und Jägern einen Sturm der Entrüstung. Das Bejagungsverbot für die räuberischen Elstern und Krähen würde das Ende der Singvogelbestände bedeuten, proklamierte man. Doch ein Blick auf die heutigen Bestände zeigt, das nichts von alledem eingetreten ist.

Krähe 
Krähe
© IMSI MasterClips
Gerade in den Städten hat die Singvogelpopulation nicht sonderlich unter der Bejagung durch Elstern und Krähen gelitten. Beide Arten erbeuten zwar regelmäßig frisch ausgeflogene Junge oder Nestlinge von Singvögeln, die meisten Verluste treffen dabei aber die ohnehin in der Stadt häufigen Arten wie Amseln und Sperlinge. Auch unter Schutz haben sich die Elstern und Krähen keineswegs massenhaft vermehrt, Untersuchungen zeigen, daß ihre Bestände in den letzten Jahren stabil geblieben sind.

Die im Winter vor allem in Ostdeutschland häufigen riesigen Saatkrähenschwärme bedeuten keine Gefahr für Singvogelnachwuchs, da sie nur im Winter, außerhalb der Brutzeit auftreten. Saatkrähen sind bei uns nicht heimisch sondern stammen aus Rußland und dem Baltikum, wo sie auch brüten. die bei uns brütenden Raben- und Nebelkrähen, ebenso wie auch die Elstern leben während der Brutsaison paarweise in Revieren. Um ihre jungen zu füttern, jagen sie vor allem nach Insekten, da die Eier und Brut von Singvögeln dafür nicht geeignet sind, werden sie kaum gejagt. Krähen, die kein Revier"abbekommen" haben, erbeuten schon eher mal einen Nestling oder ein Singvogelei, andererseits bedienen sie sich ebenso gern an der Brut ihrer revierbesitzenden Artgenossen und tragen damit eher zur Bestandsregulierung bei.

Auch die vielen verwilderten Hauskatzen in den Städten werden als "Singvogeltöter" und Problemart gesehen. Zwar weiß niemand so genau, wie viele freilaufende Hauskatzen es in Deutschland gibt, Schätzungen gehen aber von mindestens einer Million Tieren aus. Aber welche Auswirkungen haben diese denn wirklich auf die Singvogelpopulation?

Bisher gibt es kaum umfassende Untersuchungen über das Jagd- und Nahrungsverhalten der streunenden Hauskatzen. Analysen des Mageninhalts abgeschossener Katzen zeigen jedoch , daß offensichtlich auch die Streuner unter ihnen einen Großteil ihres Nahrungsbedarfs über die Fütterung durch Menschen abdecken. Zu einem geringeren Teil enthielten die untersuchten Mägen auch Reste von Mäusen, Wildtier- oder Singvogelreste wurden dagegen kaum gefunden.

Offensichtlich fangen die Hauskatzen erheblich weniger Vögel, als bisher angenommen, und sind weit davon entfernt, die Singvogelbestände ernsthaft gefährden zu können. Auch die Tatsache, daß viele Singvogelarten im Siedlungsbereich trotz der vielen streunenden Hauskatzen höhere Dichten erreichen als in ländlichen Gebieten spricht nicht gerade für eine ernsthafte Bedrohung durch Katzen.

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