Erleben, Lernen, Wissen Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Seit dem ersten schweren Ausbruch 1997 in Hongkong flammt die Vogelgrippe ausgelöst durch den auch für Menschen gefährlichen Virus H5N1 in zahlreichen Ländern Südostasiens regelmäßig wieder auf. In Ländern wie Vietnam oder Thailand sind mittlerweile insgesamt mehr als 120 Menschen an H5N1 erkrankt, rund die Hälfte aller Infizierten ist sogar daran gestorben.
Die meisten Übertragungen des Virus auf den Menschen sind durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel verursacht worden. Bei drei der Verstorbenen schließt die WHO eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht aus.
Vor rund einem Jahr hat der Virus H5N1 seine ursprüngliche „Heimat“ Südostasien verlassen. Auf seinem Zug Richtung Westen ist er mittlerweile längst auch in Europa angekommen und droht nun mit infizierten Zugvögeln nach Afrika „überzuschwappen“.
Durch eine Stallpflicht für Hausgeflügel, eine ausgedehnte Wildvogelbeobachtung, verstärkte Grenzkontrollen gegen den Schmuggel von Geflügel und Geflügelprodukten oder ein Importverbot für Ziervögel versucht Deutschland das Einschleppen des Virus zu verhindern.
Die WHO befürchtet, dass es dem Virus H5N1 durch wie auch immer geartete Erbgutveränderungen gelingt, die Barriere zwischen den Arten endgültig zu überschreiten, so dass eine einfache und schnelle Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch möglich wäre.
In diesem Fall könnten wahrscheinlich weder Quarantäne noch andere Hygienemaßnahmen eine weltweite Grippepandemie verhindern. Die Weltgesundheitsorgansisation geht in einem solchen Fall von „Millionen von Opfern“ aus.
Bereits vorhandene Impfstoffe, die gegen die bekannten menschlichen Grippeviren gut helfen, bieten vor dem neuen Virus keinen Schutz. Erst wenn der „Killervirus“ tatsächlich entstanden ist, können Wissenschaftler mit der Entwicklung eines wirksamen Vakzins beginnen. Dies dauert dann in etwa sechs Monate. Wichtige Vorarbeiten dazu sind aber bereits im Gange.
Deshalb ist das Antivirus-Präparat „Tamiflu“ im Fall einer Pandemie zurzeit die einzige effektive Waffe.
Für rund 94 Millionen Euro haben die Bundesländer Tamiflu beim Hersteller eingekauft. Die eingelagerten antiviralen Wirkstoffe reichen für rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung aus.
Modellrechnungen des RKI rechnen bei einer Pandemie durch H5N1 allein in Deutschland mit bis zu 160.000 Grippetoten, 600.000 Menschen müssten vermutlich stationär in Krankenhäusern behandelt werden.
Bund und Länder haben zum Schutz der Bevölkerung einen Nationalen Pandemieplan beschlossen. Er sieht unter anderem die Einlagerung von Antivirus-Medikamenten und im Ernstfall die schnelle Entwicklung eines Grippeimpfstoffs vor.