Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Vom Spiegel bis zum Radiobild
Aufbau eines Radioteleskops und Weg der Radiowellen

Im Prinzip besteht ein Radioteleskop aus nur sehr wenigen Grundbausteinen: Der Hauptantenne mit Reflektor und Subreflektor, einem oder mehreren Empfängern und der Aufzeichnungselektronik.

Antenne
Die Hauptantenne für den Empfang der Radiowellen ist der Reflektor, seine Größe entscheidet primär über die maximal erreichbare Auflösung. In der Regel besteht die parabolische "Schüssel" aus Metall und ist auf einem Stahlgerüst über einem Betonfundament montiert. Die Größen der Antennen reichen bei freistehenden Radioteleskopen von wenigen Metern bis zu rund 100 Metern Durchmesser.

Azimuth Rotation Track 
Azimuth Rotation Track
© VLBA/NRAO
Bei den meisten Radioteleskopen ist der gesamte Antennenaufbau beweglich, so dass kosmische Radioquellen gezielt mit dem Reflektor angepeilt und in ihrer Bewegung verfolgt werden können. Für die sowohl horizontale als auch vertikale Ausrichtung der Antenne sorgen ein zahnradartiger Neigemechanismus und der so genannte "Azimuth Rotation Track", ein ringförmiges Fahrgestell, mit deren die gesamte Schüssel gedreht werden kann.

Subreflektor
Die von der Parabolantenne gebündelten Strahlen werden von einem Subreflektor aufgefangen. Der nahe dem Brennpunkt der Hauptantenne aufgehängte kleinere Spiegel konzentriert die aufgefangenen Wellen weiter und leitet sie zum Empfänger.

Empfänger
 Hauptempfänger
Hauptempfänger
© VLBA/NRAO
Bei den meisten Radioteleskopen liegt der Empfänger in der Mitte der Antennenschüssel. Er erhält die vom Subreflektor konzentrierten und gebündelten Wellen und verstärkt sie. Auch die Wahl der relevanten Frequenzbereiche erfolgt am Empfänger. Da die Radiowellen aus dem All mehrere Milliarden Mal schwächer sind als irdische Radiosender, müssen sie im Empfänger verstärkt werden. Um Störsignale zu vermeiden liegen die meisten Radioteleskope in dünn besiedelten Regionen, möglichst weitab von jedem Funk- und Radioverkehr.

Aufzeichnungselektronik
Über Kabelleitungen werden die verstärkten Signale anschließend auf Bändern gesichert oder direkt in einen Zentralcomputer eingespeist. Entgegen der landläufigen Meinung werden die empfangenen Signale normalerweise nicht in Schall umgewandelt.

Auch wenn Filme wie "Contact" dies suggerieren, "lauschen" die Radioastronomen nicht dem kosmischen Rauschen, sondern werten die durch Computer generierten Bilder und Grafiken aus. Ist das Teleskop Teil eines Arrays, können die gleichzeitig aufgefangenen Signale mehrerer Teleskope später mithilfe spezieller Verrechnungen so miteinander kombiniert werden, dass sie sich zu einem Gesamtbild ergänzen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtgste in Kürze
Artikel zum Thema
Radioastronomie
Mehr als nur kosmisches Rauschen und SETI...
Ein neues Bild des Himmels...
Die unbekanntere Schwester der optischen Astronomie
Ein Verbot ebnet den Weg...
Funkamateure als Wegbereiter für die Radioastronomie
Janskys Entdeckung
Himmlischen Störgeräuschen auf der Spur
Radioastronomie im Hinterhof
Grote Reber - der erste Radioastronom
Was sind Radiowellen?
Nur eine von vielen Wellensorten...
Kosmische Radioquellen
Pulsare, Quasare und Sternenwiegen...
Arten von Radioteleskopen
Von Schüsseln, Arrays und Langstreckenantennen
Vom Spiegel bis zum Radiobild
Aufbau eines Radioteleskops und Weg der Radiowellen
Radiowellen von Außerirdischen?
SETI und die Suche nach intelligentem Leben im Kosmos
Die Methoden der SETI-Forscher
Fremde Sonnen, Schmalspursignale und Pioneer 10
Die Suche geht weiter...
SETI gestern und heute
Wolkenschleier und Asteroiden
Radioastronomie im Sonnensystem
Außerirdischen Molekülen auf der Spur
Interstellare Gaswolken als Lebensbringer?
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen