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Freitag, 10.02.2012
Rendezvous in 355 Kilometern Höhe
Das Andockmanöver

Wenn der Berg zum Propheten kommt - so oder so ähnlich könnte man die ungewöhnliche Andockprozedur von Swesda an die beiden schon im Orbit kreisenden Module umschreiben. Denn diesmal läuft alles anders herum: Statt sich vorsichtig an die bisherige Station heran zu manövrieren, tut die Swesda erst einmal gar nichts. Als passives "Ziel" bleibt sie in der für die ISS gewählten Umlaufbahn, während das Sarja-Kontrollmodul die aktive Rolle beim "Rendezvous" übernimmt. Gesteuert wird das Ankoppeln mithilfe des automatischen Docking-Systems "KURS" von der russischen Bodenstation.

Die gesamte Prozedur vom ersten Kontakt bis zur endgültigen festen Verbindung zwischen den Modulen dauert rund 25 Minuten. Nachdem alle Haken, Kontakte und Ösen eingerastet sind, steht die Nahtstelle für die nächsten 16 bis 24 Stunden unter kontinuierlicher Beobachtung der Bodenstation. Die Überwachung soll vor allem darüber Aufschluss geben, ob die neue Verbindung auch wirklich luftdicht und sicher ist. Erst dann werden die nächsten Schritte eingeleitet.

Andockmanöver 
Andockmanöver
© NASA
Für den Fall, dass schon das automatische Andocken nicht gelingt, stehen bereits Kosmonauten für die "Handarbeit" bereit: Spätestens 15 Tage nach einem fehlgeschlagenen Andockmanöver könnten sie an Bord einer russischen Sojus-Rakete in Richtung ISS starten. An der Swesda angelangt, müssten sie zunächst mit der Sojus an ihr andocken, in die Swesda überwechseln und dort das spezielle Rendezvous-Kontroll-System TORU in Betrieb nehmen. Zwei Tage später könnten sie dieses System nutzen, um die ISS per Fernsteuerung zur Swesda zu dirigieren und das Andockmanöver manuell durchzuführen.

Ist die Swesda einmal mit den beiden anderen Modulen verbunden, übernimmt sie einen Großteil der bisher von Sarja wahrgenommenen Aufgaben, darunter auch die regelmäßige Höhenkorrektur der Umlaufbahn. In der Folge werden die meisten Systeme der nun nicht mehr als Kontrollmodul genutzten Sarja abgeschaltet. Sie dient nun primär als Treibstofflager und bietet zusätzlichen Stauraum.

Rund drei Wochen nach erfolgtem Andockmanöver wird die erste unbemannte Progress-Versorgungsrakete automatisch am hinteren Port der Swesda andocken. Sie soll vorübergehend die Verantwortung für Steuermanöver und Höhenkorrekturen der ISS übernehmen und wird außerdem die Treibstofftanks der Sarja auffüllen.

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