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Freitag, 03.09.2010
Fünf vor Zwölf im Regenwald
Vom Exitus der Menschenaffen

Einige Arten der Menschenaffen könnten bereits in fünf bis zehn Jahren ausgestorben sein, warnte bereits Anfang des neuen Jahrtausends Klaus Töpfer, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP). Im Mai 2001 rief die UNEP daraufhin das Great Ape Survival Project (GRASP) ins Leben, um das Überleben unserer nächsten Verwandten in Afrika und Asien durch eine internationale Koordination der bereits bestehenden Schutzprogramme effektiv zu sichern. Höchste Zeit, denn der Exitus hat bereits begonnen.

Aussterben Live
Wo einst Millionen von Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos die Erde bevölkerten, gehen heute die pessimistischsten Schätzungen nur noch von insgesamt 350.000 lebenden Menschenaffen aus. Das sind weniger Individuen als die Einwohnerzahl Mallorcas - außerhalb der Touristensaison wohlgemerkt.

Einen vorletzten Platz in dieser traurigen Statistik belegen dabei die asiatischen Orang-Utans, deren Anzahl bereits in den ersten Monaten dieses Jahres von 14.000 auf geschätzte 12.000 freilebende Individuen sank. Tendenz - rasant abnehmend. Doch das Schlusslicht bilden die ausschließlich im Kongo vorkommenden Bonobos. Von diesen erst 1929 als eigene Art anerkannten Zwergschimpansen existiert heute nicht mehr als ein kümmerlicher Rest von 3.000 Tieren.

Aber auch einige Unterarten der Gorillas sind bereits alarmierend dezimiert. Die Zahl der Berggorillas an den Hängen der Virunga Vulkane im kriegsgebeutelten Grenzgebiet zwischen Ruanda und Uganda wurde bereits Ende der 1990er von GRASP auf weniger als 320 geschätzt. Die heutige Anzahl liegt wahrscheinlich noch deutlich darunter.

Ohne Wälder keine Affen
Verantwortlich für das rapide Sterben ist vor allem der Mensch. Auf dem afrikanischen und asiatischen Kontinent wird den Menschenaffen regelrecht der Lebensraum unter den Füßen weggesägt. Allein in Afrika werden jedes Jahr vier Millionen Hektar Wald vernichtet - eine Fläche von der Größe der Schweiz.

Neben dem Handel mit Tropenhölzern werden in den afrikanischen Regenwäldern vor allem wertvolle Rohstoffe wie Diamanten oder Coltan, ein Erz zur Herstellung von Handys und Computern, abgebaut. Andernorts, wie auf Borneo, weicht der dichte Regenwald riesigen Ölpalmenplantagen - kein wirkliches Baumparadies für die verdrängten Orang-Utans.

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