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Freitag, 10.02.2012
Neuer Boom für Brennstoffzellen
Renaissance einer alten Idee

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist nicht neu: Schon vor rund 150 Jahren gelang es dem walisischen Physiker William Robert Groves aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff Strom zu erzeugen. Ein paar Platinelektroden, etwas Wasserstoff und Sauerstoff sowie Schwefelsäure reichten aus, um Elektronen fließen zu lassen. Im Vergleich zu allen anderen im Jahr 1839 bekannnten Methoden der Stromproduktion ein verblüffend einfaches und elegantes Prinzip.

Doch Groves Entdeckung sorgte nicht etwa für eine Sensation, sondern wurde kaum zur Kenntnis genommen. Groves konnte das Funktionsprinzip nicht eindeutig erklären und auch die Technik war einfach noch nicht ausgereift genug - die Ur-Brennstoffzelle versank in Vergessenheit.

Brennstoffzelleneinheit 
Brennstoffzelleneinheit
© DOE
Inzwischen feiert Groves Erfindung ein weltweites Comeback. Nachdem Brennstoffzellen jahrelang nur in speziellen Anwendungen wie Raumfahrt oder Militär eingesetzt worden waren, werden sie inzwischen als die Zukunftsenergie schlechthin gehandelt. Angetrieben von den Bemühungen um Klima und Umweltschutz und im Verbund mit steigender Aufmerksamkeit für regenerative Energien hat man heute Brennstoffzellen als klimafreundliche, schadstoffarme und sehr effektive Energieproduzenten wieder entdeckt.

Entsprechend fieberhaft wird in nationalen oder privaten Forschungslabors an immer neuen Modellen gebastelt. Antrieb für alle diese Bemühungen ist die Hoffnung auf eine Alternative zu den immer teurer und immer knapper werdenden fossilen Brennstoffen. Autohersteller planen schon in den nächsten Jahren serienreife Brennstoffzellenautos, Heizungsbauer arbeiten an der Umsetzung der neuen Technik und selbst die großen Mineralölkonzerne wie Shell oder BP setzen inzwischen verstärkt auf regenerative Energien und engagieren sich in der Brennstoffzellentechnologie.

Längst ist die Brennstoffzelle jedoch nicht mehr nur ein exotisches aber umweltfreundliches Nischenprodukt, sondern hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor gemausert: "Wir begreifen die Brennstoffzelle als wirtschaftliche Chance zur Sicherung von High-Tech-Arbeitsplätzen und unternehmerischem Erfolg", fasst Ferdinand Panik, Brennstoffzellen-Projektleiter bei Daimler Chrysler, die Motivation der Industrie zusammen. Inzwischen kann es sich kaum ein Hersteller mehr leisten, diese Technologie völlig außer acht zu lassen, Brennstoffzellen sind zu einem echten Wettbewerbsfaktor geworden...

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