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Samstag, 17.11.2018
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Ein präsentes Gift

Von der Umwelt in unser Essen

Ab einer bestimmten Dosis ist Quecksilber für alle Lebewesen giftig: Das Schwermetall blockiert Enzyme, stört das Nervensystem und kann durch eine schleichende Anreicherung im Körper zu schweren Gesundheitsschäden führen. Aus diesem Grund ist es umso besorgniserregender, dass Quecksilber über Luft, Böden und Gewässer zunehmend auch in unsere Nahrungskette gelangt.

Thunfische sind häufig mit Methylquecksilber belastet.

Belastete Nahrungsmittel


Neben Zahnfüllungen aus Amalgam stellen kontaminierte Fische und andere Meerestiere dem Umweltbundesamt zufolge die wichtigste Quelle für die Belastung der Bevölkerung mit Quecksilberverbindungen dar. In Speisefischen wie Heilbutt, Schwert- oder Thunfisch reichert sich der Stoff in Form von Methylquecksilber an.

Doch nicht nur Fisch, auch andere Nahrungsmittel sind mitunter belastet. So wird Quecksilber aus dem Boden und aus der Luft von landlebenden Tieren und Pflanzen aufgenommen. Fleisch kann daher ebenso eine Aufnahmequelle darstellen wie Gemüse und Getreide. Reis aus chinesischen Quecksilber-Abbaugebieten beispielsweise ist für seine hohe Kontamination mit Methylquecksilber berüchtigt.

Gefahr für die Gesundheit


Ausgerechnet organische Verbindungen wie diese sind im Vergleich zu Quecksilber in anorganischer Bindungsform besonders toxisch. Denn sie können sowohl aus dem Magen-Darm-Trakt als auch über die Haut und die Lunge sehr leicht vom Körper aufgenommen werden.

Über die Blutbahn verteilt sich das Methylquecksilber gleichmäßig im gesamten Organismus. Auf diese Weise kann es alle Organe erreichen und potenziell schädigen - sogar das Gehirn. Nicht nur die Blut-Hirn-Schranke, auch die sogenannte Plazentabarriere stellt für den Stoff kein Hindernis dar. Er kann bei Schwangeren deshalb auch die Entwicklung ihres ungeborenen Kindes stören.

Besonders organische Hg-Verbindungen sind für den Körper giftig.

Der Fall Minamata


Was passiert, wenn Menschen immer wieder stark belastete Lebensmittel zu sich nehmen, zeigt das Beispiel Minamata. In der Umgebung der japanischen Küstenstadt erkrankten ab Mitte der 1950er Jahre auffällig viele Einwohner an einem rätselhaften Leiden: Sie litten an Störungen der Bewegungskoordination, entwickelten Lähmungen und Psychosen. Einige fielen ins Koma oder starben.

Die Ursache dieser später als Minamata-Krankheit bekanntgewordenen Erkrankung: Eine Chemiefabrik hatte jahrzehntelang Abwässer in die dortige Yatsushiro-See eingeleitet - Abwässer, die Methylquecksilberiodid enthielten und zu einer dramatischen Anreicherung des Gifts in Fischen führten, dem Hauptlebensmittel der Bevölkerung. Heutigen Schätzungen zufolge wurden damals etwa 17.000 Menschen geschädigt. Rund 3.000 dürften an der chronischen Vergiftung gestorben sein.

Weniger Emissionen


Weitere Fälle solcher Massenerkrankungen traten später entlang von Flüssen in China, Kanada und Tansania auf. Außerdem wiesen Wissenschaftler die Minamata-Krankheit auch bei indigenen Bevölkerungsgruppen am Amazonas nach. Dort war Quecksilber beim Goldwaschen ins Flusswasser gelangt.

Die internationale Staatengemeinschaft reagierte auf diese Vorkommnisse mit einer Reihe von Konferenzen, die 2013 schließlich zur Unterzeichnung der sogenannten Minamata-Konvention der Vereinten Nationen führten. Ziel dieses Abkommens ist es, den Ausstoß von Quecksilber weltweit einzudämmen.
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Daniela Albat
Stand: 24.08.2018
 
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