• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 26.09.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Gefährliches Warmwasser

Die Bedrohung für das Schelfeis kommt von unten

Was passiert, wenn warmes Wasser aus dem Zirkumpolarstrom unter die Schelfeise gelangt, beobachten Polarforscher seit einigen Jahrzehnten im Amundsenmeer in der Westantarktis. Dort schwappt warmes Tiefenwasser bis auf dem Schelf und schmilzt das Eis von unten her an. Die Schelfeise verlieren dadurch nach und nach den Bodenkontakt und damit ihre Bremswirkung für die dahinterliegenden Gletscher.

Zunge des Thwaites-Gletschers im Amundsenmeer – in diesem Gebiet taut das Schelfeis von unten.

Zusammengenommen haben die Eisströme des Amundsenmeeres allein im Jahr 2013 rund 334 Gigatonnen Eis eingebüßt. Das waren rund 110 Gigatonnen mehr als noch im Jahr 1994. Vergleicht man die aktuellen Schmelz- und Kalbungsraten mit den Daten aus dem Jahr 1977, dann verlieren sie heute 77 Prozent mehr Eis als noch vor 40 Jahren. Gleichzeitig schieben fast alle Gletscher ihre Eismassen deutlich schneller Richtung Meer als dies in den 1970er-Jahren der Fall war. Eine Tatsache, die auch erklärt, warum diese Region allein inzwischen zehn Prozent zum weltweiten Meeresspiegelanstieg beiträgt.

Gefahr auch für das Filchner-Ronne-Schelfeis?


Die Gletscher im Hinterland des Filchner-Ronne-Schelfeises vereinen so viel Eis, dass der weltweite Meeresspiegel um rund zwölf Meter steigen würde, sollte der Bremsklotz verschwinden und alles Inlandeis ins Meer rutschen. Doch droht dem Filchner-Ronne-Schelfeis das gleiche Schicksal wie den Eisströmen im Amundsenmeer?

Um diese Frage zu beantworten, kombinieren die AWI-Ozeanographen Klimamodellierungen mit aufwendigen Messungen im Weddellmeer sowie im und unter dem Schelfeis selbst. "Unsere Modellierungen deuten darauf hin, dass sich die Antarktis in den nächsten Jahrzehnten erwärmen wird. Im Zuge dessen wird sich vermutlich nicht mehr so viel Meereis bilden, was unter Umständen dazu führen könnte, dass die Kaltwasserbarriere in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zusammenbricht", sagt AWI-Ozeanograph Hartmut Hellmer. "Das warme Wasser könnte dann auf direktem Weg unter das Schelfeis gelangen."
Sina Löschke / AWI Klimamagazin
Stand: 09.03.2018
 
Printer IconShare Icon