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Samstag, 26.05.2018
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Erst das Zusammenspiel macht's

Farbe entsteht aus der Beziehung zwischen Lebewesen und Umwelt

Aus diesen Beobachtungen wird nun schließlich erkennbar, dass es einer spezifischen Interaktion von Gegenstand, Licht und wahrnehmendem Organismus bedarf, damit Farben in der Welt erscheinen können.

Erst aus der Interaktion von uns und unserer Umwelt entsteht das Farbempfinden

Erst aus der Interaktion von uns und unserer Umwelt entsteht das Farbempfinden

Farben sind weder Eigenschaften der physikalisch und mathematisch abstrahierten Welt, noch gehören sie einer bloß subjektiven Innenwelt an. Sie sind vielmehr – wie alle Sinnesqualitäten – Resultat einer Beziehung zwischen Lebewesen und Umwelt. Bäume haben eine objektive Disposition, die in uns die Wahrnehmung von Grün bewirkt. Allgemein formuliert: Farben sind genau diejenigen Eigenschaften der Objekte, die in uns ihre Wahrnehmung hervorrufen können. Oder mit anderen Worten: Farben sind objektive relationale Qualitäten der Dinge.

Es ist daher auch sinnlos zu fragen, ob es Farben gab, bevor es höhere Lebewesen gab, die sie wahrnehmen konnten. Mit der Entwicklung des Lebens veränderte sich auch die Welt; es traten emergente – also neu entstehende – Beziehungen und entsprechende Eigenschaften der Dinge auf. Lebewesen erzeugen qualitative aus quantitativen Unterschieden, und damit verwandeln sie die Welt, denn die spezifische Beziehung von Farbeigenschaft und Farbwahrnehmung gehört jetzt selbst zu ihren objektiven Merkmalen. Diese vom Leben verwandelte Welt ist nun unsere Lebenswelt.

Wir alle, sofern wir nicht blind sind, sehen Farben und können uns über ihre Wahrnehmung verständigen. Wir kleiden uns in bestimmten Farbtönen, um anderen Menschen zu gefallen, und Maler gestalten mit Farben die Leinwand, um damit bestimmte Wirkungen in uns hervorzurufen. Unsere Welt enthält Farben und andere Qualitäten ebenso notwendig, wie sie Früchte, Bäume, Tiere und Menschen enthält – wir können nicht das eine bestreiten und das andere bestehen lassen.
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Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Universität Heidelberg / Ruperto Carola
Stand: 26.01.2018
 
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