Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Von Grenz- und anderen Werten
Wieviel Strahlung ist zuviel?

Normalerweise beruhen Grenzwerte auf dem Wissen über das Wie, das Warum und vor allem das Wieviel der schädigenden Wirkungen einer Substanz oder Strahlung. Sie definieren einen Sicherheitsabstand zu den Schwellenwerten, ab denen ein Schaden auftreten kann.

Aber auch wenn sie aus kompliziertesten Berechnungen und wissenschaftlichen Formeln entwickelt werden, beruhen sie doch in erster Linie auf einer politischen Übereinkunft. Sie bilden oft eine Art kleinster gemeinsamer Nenner zwischen dem industriell, technisch und wirtschaftlich Machbaren und der Verpflichtung, die Bewohner einer Region, eines Landes oder einer Region vor gesundheitlichem Schaden zu schützen. Denn einmal beschlossen, bieten sie Betroffenen eine rechtliche Handhabe, bei Überschreitung gegen die Verursacher vorzugehen.

Unter anderem deshalb schrecken die verantwortlichen Stellen meist davor zurück, sich bei der Festlegung der Werte allzu weit von den etablierten wissenschaftlichen Daten zu entfernen. Im Falle der Strahlenschutzverordnung heißt dies, dass bisher nur die durch die Strahlung ausgelöste Gewebeerwärmung und ihre möglichen gesundheitlichen Folgen die Basis für die geltenden Grenzwerte bilden. Diese liegen zur Zeit - noch - bei einer maximalen Einwirkung von zwei Watt Energie pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Energiemenge erhöht, wenn sie vom Körper aufgenommen wird, die Temperatur im Gewebe um rund ein Grad.

Um einen zusätzlichen Puffer zu gesundheitlich bedenklichen Werten einzubauen, wurde das Ganze noch um den Faktor fünf gesenkt und man einigte sich international auf einen Basisgrenzwert für die Bevölkerung von 0,08 Watt pro Kilogramm. Regelmäßige Messungen sollen die Einhaltung dieser Grenzwerte auch angesichts des immer dichter werdenden Waldes von Sendemasten sicherstellen. In Berlin ergab sich dabei beispielsweise als höchster Messwert 0,6 Prozent, als niedrigster 0,01 Prozent des Grenzwerts; in Nordrhein-Westfalen lag die Spanne zwischen 0,8 Prozent und 0,002 Prozent.

Allerdings sind die in Deutschland geltenden Grenzwerte keineswegs besonders niedrig angesetzt: Zahlreichen anderen Ländern war das Risiko bereits zu groß, und sie legten Werte fest, die deutlich unterhalb ds internationalen Richtwertes von zwei Watt pro Kilogramm liegen. Und auch in Deutschland gibt es erste Anzeichen für eine bevorstehende Verschärfung...

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Elektrosmog
Handys - Gefahr am Ohr?
Angst vor unsichtbaren Wellen
Panikmache der Medien oder berechtigte Befürchtungen?
Eine Klage mit Folgen?
Technik auf dem Vormarsch, Forschung im Verzug
Was ist Elektrosmog?
Strahlung ist nicht gleich Strahlung....
Wer strahlt wie - und wie stark?
Ein Who's Who der elektromagnetischen Strahlung
Von A-Netz bis UMTS
Das kleine Alphabet des Mobilfunks
Heiße Ohren...
Wieviel Wärme ist zuviel?
Indirekte Wirkungen von Strahlung
Zehntausend Skandinavier können nicht irren...?
Ist Calcium der Schlüssel?
Wenn Handypulse die Zellkommunikation stören
DNA-Schäden durch Handystrahlung?
Wechselbad widersprüchlicher Ergebnisse
Tumor durchs Telefonieren?
Noch immer keine Klarheit...
Von Grenz- und anderen Werten
Wieviel Strahlung ist zuviel?
Mobilfunk im Kreuzfeuer
Der öffentliche Druck wächst
Mögliche Gefahren durch Mobilfunk
Bundesärztekammer fordert drastische Senkung der Grenzwerte
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen