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Donnerstag, 20.09.2018
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Datenanalyse als Computerspiel

Crowdsourcing hilft auch in der Medizin

Medizinische Daten liegen heute noch ziemlich ungeordnet vor: Labordaten von Blut- oder histologischen Untersuchungen, biochemische Informationen aus der Entschlüsselung des Genoms und der körpereigenen Eiweißbausteine (Proteom), statistische Ergebnisse aus unzähligen Experimenten und klinischen Studien sowie Bilddaten. Big Data - aber in dieser Form nicht zugänglich für den praktischen Einsatz.

Im Computerspiel können freiwillige Helfer Krebszellen abschießen – der Computer lernt daraus, diese Tumorzellen zu erkennen.

Das Einordnen ist das Problem


Deshalb suchen Forscher nach Strategien, wie man die Flut der Informationen ordnen und in einheitlichen Datenbanken bündeln kann. Man erklärt und ergänzt sie durch Anmerkungen, die Auskunft über Herkunft, Eigenschaften und Inhalt der Daten geben. Im Team von Nassir Navab von der TU München arbeiten Forscher unter anderem daran, die Zuordnung solcher Annotationen zu vereinfachen.

"Ärzte und Laborpersonal haben in der Regel keine Zeit, sich um die Aufbereitung ihrer Daten zu kümmern", sagt Shadi Albarqouni. Er hat deshalb ein Projekt entwickelt, in dem die Mitwirkung vieler Internetnutzer möglich wird. Crowdsourcing heißt dieses Verfahren und beruht darauf, dass jeder, der Zeit und Lust hat, sich an der Erledigung bestimmter digitaler Aufgaben beteiligen kann. In Albarqounis Fall ist es die Analyse histologischer Gewebeschnitte, etwa bei Brustkrebs.

Krebszellen abschießen für Jeden


"Man muss dem Computer sagen, welche Zelle auf dem Bild eine Krebszelle ist, damit er daraus lernen und am Ende Krebszellen selbständig erkennen kann", erklärt der Forscher. "Das ist im Prinzip eine äußerst langwierige Tätigkeit, und meist werden aus Zeitgründen auch nicht alle derartigen Zellen in einem Histologieschnitt erfasst."

Um auch nicht erfahrene Internetbenutzer in solche Auswertungen mit einzubeziehen, hat er ein Computerspiel entwickelt, das zum Ziel hat, möglichst viele bösartige Krebszellen "wegzuschießen". "In dieser Spielumgebung haben die Leute Spaß daran und zielen nur auf Objekte, die einer Krebszelle besonders ähneln." Der Computer registriert die "abgeschossenen" Zellen und gibt ihnen intern die Annotation "Krebszelle".
TU München
Stand: 05.01.2018
 
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