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Donnerstag, 23.11.2017
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Uhuklippen und Teufelstisch

Sagenumwobene Vulkanrelikte

Die hunderttausende von Jahren anhaltenden Vulkanausbrüche haben im Vogelsberg-Gebiet viele Gesteinsformationen hinterlassen, die schon bei unseren Vorfahren für Staunen und Ehrfurcht sorgten. Zu ihnen gehören die Uhu-Klippen bei Grebenhain. Dieses Naturdenkmal besteht aus einer rund zehn Meter hohen und einen halben Kilometer lange Steilstufe am Berghang. Wie eine Wand aus großen Quadern, von denen einige sogar Figuren oder Gesichter zu tragen scheinen, ragt der Basalt hier steil in die Höhe.

Die "Uhuklippen" entstanden, nachdem die Lava abgekühlt war und die Verwitterung Basaltbrocken aus dem Felsverbund heraussprengte

Ein Kartenspiel mit dem Teufel


Entstanden sind die Uhu-Klippen nicht durch direkt abkühlenden Basalt, wie die Säulen, sondern durch nachträgliche Veränderungen. Bewegungen der Erdkruste rissen Spalten in die massive, bereits erstarrte Basaltschicht und ließen die Steilkante als Klippe an die Oberfläche treten. Bei diesen Prozessen abgebrochene Basaltbrocken liegen an ihrem Fuß als moosüberwachsener Blockschutt umher. Einer dieser Brocken ist der Teufelstisch: eine flache, etwa drei Meter große Basaltplatte. Wie sie hierher kam – ob durch Geologie oder Menschenhand – ist nicht bekannt.

Kein Wunder, dass Bewohner der Umgebung hier schon bald eine passende Sage erfanden. Nach dieser sollen hier einst zwei Waldarbeiter in einer Arbeitspause mit einem geheimnisvollen Fremden Karten gespielt haben. Nach anfänglicher Glückssträhne verloren sie jedes Spiel und damit auch alles Geld, was sie besaßen. Erst als der Fremde dann aufstand und von dannen ging, sahen die beiden Waldarbeiter, dass er an einem Bein einen Pferdefuß trug – es war der Teufel. Er soll in jedem Jahr zu Walpurgisnacht zum Teufelstisch zurückkehren und dort sein höhnisches Lachen ertönen lassen.

Tischartige Basaltbrocken, wie hier der Landeshäuser Stein, regten die Bewohner der Gegend zu verschiedenen Sagen an.

Wertvoller Rohstoff


Der Basalt vom Vogelsberg ist aber mehr als nur Naturdenkmal und geologische Sehenswürdigkeit – er ist ein wichtiger Rohstoff und prägte auch die Kultur und Wirtschaftsgeschichte dieser Region. Schaut man in den alten Ortskernen der Dörfer und Städte genauer hin, erkennt man in den Wänden vieler Gebäude die dunklen Basaltsteine. Auch viele Schlösser und Gutshöfe im Umfeld des Vogelsberges wurden aus diesem Gestein errichtet.

Heute nutzten man den Vogelsberger Basalt vor allem im Straßenbau als Schotter oder im Unterbett von Bahngleisen, aber auch für die Steinbildhauerei ist er beliebt. Bis heute wird der Basalt aus dem mächtigen Massiv des Vogelsbergs in mehreren Steinbrüchen abgebaut, bei Homberg/Ohm liegt sogar der größte Basalt-Steinbruch Mitteuropas.
Nadja Podbregar
Stand: 03.11.2017
 
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