• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 25.11.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Wind oder Tier?

Vielfältige Bestäuberwelt

Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution einiges einfallen lassen, damit ihre Pollen zu der Samenanlage eines Artgenossen gelangen. Nadelbäume, Gräser und viele Laubbäume bedienen sich dafür einer eher konventionellen Methode: Sie lassen die Pollen einfach vom Wind davontragen. Dieser transportiert den Blütenstaub durch die Luft – bis er hoffentlich auf dem Fortpflanzungsorgan einer anderen Pflanze der gleichen Spezies landet.

Die Beifuß-Ambrosie erzeugt einen besonders stark allergieauslösenden Pollen.

Die Windbestäubung ist die ursprünglichste Form der Bestäubung und funktioniert in der Regel recht zuverlässig. Doch sie hat einen entscheidenden Nachteil: Ihr Erfolg ist im Einzelfall letztlich eine Sache des Zufalls. Um die Fortpflanzungschancen zu erhöhen, müssen Windbestäuber daher Unmengen an Pollen produzieren. Für manche Menschen ist diese Pollenflut mit einem lästigen Nebeneffekt verbunden: Sie löst Allergien aus.

Tierische Helfer


Andere Pflanzen gehen in Sachen Bestäubung zielgerichteter vor. Sie rekrutieren tierische Helfer, die die Pollen von Blüte zu Blüte tragen. Diese Art der Bestäubung ist eine Erfindung der Angiospermen, auch Blütenpflanzen genannt. Sie bilden oft auffällige Blüten aus, um die Aufmerksamkeit ihrer Boten zu erregen und halten eine nahrhafte Belohnung in Form von Nektar bereit. Versuchen die Tiere an den süßen Saft in der Blüte zu gelangen, streifen sie die Staubgefäße der Pflanze und Pollen bleibt an ihrem Körper haften.

In Europa nutzen Pflanzen vorwiegend Insekten als Pollenzulieferer – zum Beispiel Bienen, Schmetterlinge, Fliegen, Motten, Käfer und Wespen. Doch in anderen Teilen der Welt, vor allem in den Tropen und Subtropen, sind auch Fledermäuse und Vögel häufig als Bestäuber tätig.

Die Bienenelfe besucht mitunter bis zu 1.500 Blüten am Tag.

Nektarschlürfende Blumenvögel


Die bekanntesten und wichtigsten Blumenvögel sind die Kolibris. Ob die nur sechs Zentimeter winzige Bienenelfe oder der mit rund 20 Zentimetern vergleichsweise große Riesenkolibri: Sie alle zeichnet eine extrem lange Zunge aus, deren Spitze zwei halboffenen Strohhalmen ähnelt.

Dank eines raffinierten Pumpmechanismus füllen sich diese rinnenförmigen Reservoire innerhalb von nur Millisekunden mit Blütensaft. Diese Technik ermöglicht es den Kolibris, mit den für sie typischen blitzschnellen Leckbewegungen ausreichend Nektar zu tanken. Den Blütenstaub übertragen die Vögel dabei in der Regel mit dem Kopf.

Auch kleine Säuger wie diese Elefantenspitzmaus können Pflanzen bestäuben.

Mäuse als Bestäuber


Doch fleißige Bestäuber sind nicht nur unter den fliegenden Lebewesen zu finden. Auch Reptilien und nicht flugfähige Säuger erweisen Pflanzen als Pollenträger ihre Dienste – zum Beispiel Mäuse und Elefantenspitzmäuse. Auf die Bestäubungsarbeit dieser Tierchen setzt etwa die nur in einigen Regionen Südafrikas heimische Pflanze Cytinus visseri.

Sie lockt die kleinen Säuger mit einem verführerischen Duft an, der die Tiere bei der nächtlichen Futtersuche magisch anzieht. Während sie dann Nektar von den auf dem Boden stehenden Blüten lecken, bleibt Pollen an ihrem Fell hängen, den sie beim Besuch der nächsten Nektarquelle wieder abstreifen.
Daniela Albat
Stand: 20.10.2017
 
Printer IconShare Icon