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Donnerstag, 18.10.2018
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Genug für alle?

Der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln steigt

Eigentlich müsste kein einziger Mensch auf der Welt Hunger leiden. Denn rein rechnerisch ist gegenwärtig genug Nahrung für alle da. Weltweit stehen nach Angaben der Welternährungsorganisation etwa 2.800 Kilokalorien pro Person täglich zur Verfügung, und auch die Gesamtverfügbarkeit von Eiweiß und anderen Nährstoffen ist ausreichend.

Doch die Realität sieht anders aus: Trotz ausreichender Nahrungsverfügbarkeit werden laut den Vereinten Nationen mehr als 800 Millionen Menschen weltweit nicht satt. Ein Großteil von ihnen lebt im Asiatisch-Pazifischen Raum und in Afrika. Hunger ist demnach zurzeit vor allem ein Verteilungsproblem, was sich auch am Nebeneinander von Unter- und Überversorgung ablesen lässt.

Das Bevölkerungswachstum hat zur Folge, dass immer mehr Menschen ernährt werden müssen.

Mehr Menschen brauchen mehr Essen


Künftig wird das Welternährungsproblem jedoch nicht mehr nur ein Problem der gerechten Verteilung sein. Neue Trends in Angebot und Nachfrage bedeuten neue Herausforderungen. Einer der wesentlichen Faktoren dabei ist das Bevölkerungswachstum: Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen wird. Das sind im Vergleich zu heute rund 2,5 Milliarden zusätzliche Menschen, die ernährt werden müssen.

Zudem verändern sich die Nahrungspräferenzen und das Konsumverhalten der Menschen. In fast allen Entwicklungs- und Schwellenländern steigt durch höhere Einkommen vor allem die Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten. Darüber hinaus werden Getreide und andere Agrarprodukte zunehmend auch für Nichtnahrungszwecke nachgefragt - zum Beispiel zur Herstellung alternativer Treibstoffe. Insbesondere in der EU und den USA ist die Nutzung von Bioenergie in den letzten zehn Jahren stark angestiegen.

Verdoppelte Nachfrage bis 2050?


Zusammengerechnet könnten die Entwicklungen im Nahrungsmittel-, Futtermittel- und Bioenergiesektor bis 2050 ohne weiteres zu einer Verdopplung der Nachfrage nach Agrarprodukten führen. Doch kann das Angebot bei diesem Trend mithalten? Auf den ersten Blick stimmen die Zahlen optimistisch.

Können die Erträge die Nachfrage decken?

Denn: In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Nahrungsproduktion etwa verdreifacht. Dieser Anstieg ist vor allem auf neu gezüchtete Getreidesorten mit höherem Ertragspotenzial und einen Mehreinsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Bewässerung zurückzuführen. Getreide hat mit knapp 50 Prozent den größten Anteil an der menschlichen Kalorienversorgung.

Herausforderung Klimawandel


Eine zeitliche Aufteilung zeigt jedoch, dass die Wachstumsraten der Erträge zurückgegangen sind und hinter dem raschen Wachstum der Nachfrage zurückzubleiben drohen. Im weltweiten Durchschnitt wachsen die Getreideerträge derzeit mit nur noch 1,3 Prozent pro Jahr und damit geringer als der vorhergesagte jährliche Anstieg der Nachfrage nach Agrarprodukten.

Eine zusätzliche Herausforderung für die Agrarproduktion stellt der Klimawandel dar. Während sich steigende Temperaturen in einigen Teilen der Nordhalbkugel positiv auf die Landwirtschaft auswirken könnten, dürften vor allem die Entwicklungsländer durch Hitze, in vielen Regionen verminderte Niederschläge und häufiger auftretende Wetterextreme stark negativ betroffen sein. Die meisten Simulationsmodelle prognostizieren, dass der Klimawandel die globale Produktivitätsentwicklung in der Landwirtschaft weiter bremsen wird.
Matin Qaim für bpb.de/ CC-by-nc-nd 3.0
Stand: 22.09.2017
 
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