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Mittwoch, 18.07.2018
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Im Reich der Höhlen

Karstphänomene der Schwäbischen Alb

Dem Jurakalk verdankt die Schwäbische Alb eine weitere Besonderheit: Nirgendwo sonst ist der Untergrund so von Höhlen, Einsturzlöchern und unterirdischen Flüssen und Quellen durchzogen wie hier. Die erodierende Kraft des Wassers löste eine Vielzahl von Gänge, Kammern und Gewölben aus dem Kalkgestein, das von der Oberfläche einströmende Wasser bahnte sich so seinen Weg durch den Untergrund.

Die Höhle Hohlenstein Stadel am südrand der Schwäbischen Alb - sie gehört inzwischen zum Weltkulturerbe.

Ausflug in den Untergrund


Diese ausgedehnten Hohlräume der Alb-Unterwelt lassen sich heute in zahlreichen Schauhöhlen erkunden. So bietet die Charlottenhöhle bei Giengen an der Brenz besonders viele verschiedenartige Tropfsteine und Kalkformationen. Die Wimsener Höhle im Landkreis Reutlingen ist dagegen die einzige in ganz Deutschland, in der man einen unterirdischen Fluss mit einem Kahn befahren kann – auf immerhin 70 Metern Länge. Die Karststruktur und die Schichtfolgen der Schwäbischen Alb lassen sich dagegen sehr gut in der Tiefhöhle Laichingen bewundern – der tiefsten Schauhöhle Deutschlands.

Die bekannteste Schauhöhle im Geopark Schwäbische Alb ist jedoch die Bärenhöhle bei Sonnenbühl-Erpfingen. Diese zweiteilige Höhle diente schon während der letzten Eiszeit vielen Tieren als Zuflucht, darunter Nashörnern, Löwen und Höhlenbären, wie Skelettfunde belegen. Eines der Bärenskelette ist noch heute in der Höhle zu sehen. Beim Gang durch die sieben Gewölbe der auf 271 Meter begehbaren Höhle beeindruckt vor allem die Fülle an Tropfsteinen in allen Formen und Größen.

Donauversinkung bei Immendingen: Das Wasser versickert im porösen Flussbett.

Quellen und verschwundene Flüsse


Und noch ein Phänomen zeugt vom löchrigen Karstuntergrund der Alb: An vielen Stellen sprudeln Quellen scheinbar aus dem Nichts aus dem Boden, an anderen Stellen verschwinden dafür ganze Flüsse plötzlich im Untergrund.

Eine solche Stelle ist die Donauversinkung zwischen Immendingen und Möhringen. Hier ist das Flussbett so porös und von Rissen durchsetzt, dass das Wasser der Oberen Donau an mehreren Stellen einfach im Boden verschwindet. Wenn die Donau wenig Wasser führt, kann man dort sogar ein völlig trockenes Flussbett bestaunen – das gesamte Wasser des Flusses ist im Untergrund verschwunden. Das ist an immerhin mehr als 100 Tagen im Jahr der Fall.

Das in die Tiefe geströmte Wasser fließt nicht weiter in Richtung des oberirdischen Flussbettes, sondern wird durch unterirdische Gänge und Höhlensysteme nach Süden abgeleitet. Je nach Wasserstand benötigt das Donauwasser zwischen 30 und 80 Stunden, bis es im gut zwölf Kilometer entfernten Aachtopf wieder austritt – der wasserreichsten Karstquelle Deutschlands. Von hier aus fließt das Donauwasser in den Bodensee und bis in den Rhein.

Das im Blautopf in Blaubeuren aufquellende Wasser ist auffallend blaugrün gefärbt.

"Bodenloser" Blautopf


Eine der bekanntesten und schönsten Karstquellen in ganz Deutschland liegt jedoch bei Blaubeuren. Im dortigen Blautopf tritt Wasser aus einem Höhlensystem zutage - und das in enormen Mengen: Bis zu 32.00 Liter pro Sekunde sprudeln hier aus dem Untergrund. Durch den hohen Kalkgehalt schimmert das Wasser des Quelltopfs leuchtend blau bis türkisgrün und verwehrt den Blick auf den Grund.

Das führte dazu, dass die Bewohner der Umgebung den Blautopf lange für bodenlos hielten, heute weiß man allerdings, dass der Quelltopf 21 Meter tief ist. Der Sage nach sollen zudem Wassernixen in den Tiefen des Blautopfs hausen.
Nadja Podbregar
Stand: 21.07.2017
 
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