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Freitag, 10.02.2012
Gleichzeitig vor und zurück?
Gletscher schmelzen nicht überall

Malaspina- Gletscher 
Malaspina- Gletscher
© NASA
Seit dem ausgehenden letzten Jahrhundert haben sich die globalen Temperaturen um 0,3 bis 0,6 Grad erhöht. In alpinen Regionen gehen die Wissenschaftler sogar von einer Erhöhung von 0,6 bis zu 1 Grad aus. Diese veränderten Temperaturbedingungen auf der Erde haben - neben vielen anderen ökologischen Effekten - auch Auswirkungen auf die Bewegungen des Gletschereises.

Die Eismassen der Welt haben im letzten Jahrhundert mehr Eis verloren als angesammelt. Wissenschaftler rechnen mit einer weiteren weltweiten Verringerung der Eismassen an Gebirgsgletschern um bis zu 50 Prozent bis zum Jahr 2100.

Der Trend des "Rückzugs der weissen Riesen" ist eindeutig. Doch an einigen Orten auf der Erde rücken die Gletscher auch vor.

Wo sie schmelzen - wo sie wachsen
Während sich die gesamte Gletscherfläche in den Alpen seit 1850 um 30-40 Prozent verringerte, stoßen die großen Einzelgletscher weiter vor. Die größten Alpengletscher unter ihnen der Große Aletsch in der Schweiz wachsen.

Die Tatsache, dass es durchaus Gletscher gibt, die noch wachsen, darf jedoch nicht als Entwarnung für einen Klimawandel verstanden werden. Auch wenn einige Gletscher zunehmen, erwärmt sich die Erde weiter. Und diese Erwärmung gilt auch als Schlüssel für die Erklärung des Gletscherwachstums: Es ist ein klimatologisches Phänomen, dass eine Erwärmung oft mit vermehrten Niederschlägen einhergeht. Eine einfache Formel nach dem Schema "je wärmer desto höheres Abschmelzen" gibt es daher nicht.

Beispiel: In den letzten 40 Jahren hat das drittgrößte Eisgebiet nach der Antarktis und Grönland, das Südpatagonischen Eisfeldes, mehr als 500 Quadratkilomter an Eisfläche verloren. Andererseits hat der dort liegende Pio XI-Gletscher heute eine Mächtigkeit, die größer ist als innerhalb der letzten 6000 Jahre. Der benachbarte Upsala-Gletscher hingegen zieht sich seit den 60er Jahren um 60 Meter pro Jahr zurück.

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