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Mittwoch, 08.02.2012
Friedhof der Giganten
Überall liegen riesige Knochen...

Argentinosaurus 
Argentinosaurus
© Joe Tucciarone
Die Argentinier sind auf vieles stolz - auf ihr weites Land, auf ihre gesunden Rinder, auf den Tango - und auf die riesigen und bedeutenden Dinosaurier-Friedhöfe mit den größten gefundenen Dinosauriern aller Zeiten.

In der Provinz Neuquen - im Norden Patagoniens - lebte der 14 Meter lange, acht Meter hohe und acht Tonnen schwere fleischfressende Giganotosaurus carolinii. Seine Überreste wurden Ende der 90er Jahre entdeckt. Doch selbst dieser Gigant wird noch von einem anderen Dinosaurier übertrumpft. Der Pflanzenfresser Argentinosaurus huinculensis wurde nur 70 Kilometer von dem größten Fleischfresser aller Zeiten - dem Giganotosaurus - entfernt entdeckt.

Riesige Knochen wurden ausgebuddelt - allein der Oberschenkelknochen des Argentinosaurus ist größer als ein erwachsener Mann und wiegt 100 Kilogramm. Die Wirbelknochen sind jeweils eineinhalb Meter groß. Die Hinterbeine waren viereinhalb Meter lang, das heißt sie waren einen halben Meter länger als die eines afrikanischen Elefanten. Wissenschaftler rekonstruierten den Gigant und kamen auf eine Länge von mindestens 30 bis 40 Metern und einem Gewicht von 100 Tonnen (= zwei Güterwaggons).

Seit dem der erste Dino-Friedhof in Patagonien entdeckt wurde, hört man immer wieder von sensationellen Funden. Im Jahr 2000 wurde in der Provinz Rio Negro die Überreste des längsten bisher bekannten Dinosauriers ausgegraben. Der Pflanzenfresser hatte eine unglaubliche Länge von 48 bis 59 Metern.
Anfang 2001 entdeckten Wissenschaftler einen weiteren riesigen etwa 150 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Friedhof in der Provinz Chubut/Patagonien - 1.600 Kilometer südlich von Buenos Aires - mit Unmengen von Dinosaurier-Fossilien. Ein fast vollständiges Dinosaurier-Skelett und bis dahin vollkommen unbekannte Arten waren darunter. Ebenso wurden Versteinerungen von Schildkröten, Urfischen, Flugechsen und sogar Reste eines mausgroßen Säugetiers gefunden. Der argentinische "Jurassic Park" sorgte unter Paläontologen für großen Aufsehen, denn bis jetzt waren aus der Zeit des mittleren Jura (vor 150 Millionen Jahren) nur drei Dinosaurier bekannt.

Die Funde in Argentinien sind außerdem sehr bedeutend, weil fast alle bisherigen Überreste aus Nordamerika und Asien stammen. Diese beiden Kontinente bildeten vor 144 Millionen Jahren bis zum Untergang der Dinosaurier Laurasia - den nördlichen der zwei Riesenkontinente. Aus dem Kontinent im Süden - Gondwanana - entstand im Laufe der Millionen von Jahren Afrika und Südamerika. Da die Entwicklung der Dinosaurier auf beiden Kontinenten getrennt voneinander verlief, bringen die umfangreichen Dinosaurier-Funde in Argentinien nun Licht in das Dunkel. Sie geben Auskunft über bis dahin unbekannte, teilweise auch andere Dinosaurier-Arten als die aus dem Norden. Die Paläontologen werden noch jahrelang beschäftigt sein - man kann auf ihre Ergebnisse jetzt schon gespannt sein...

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