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Mittwoch, 08.02.2012
Vom plötzlichen Ende...
Wieso sind die Dinosaurier ausgestorben?

Chicxulub-Krater 
Chicxulub-Krater
© Lunar & Planetary Institute
Der Himmel verdunkelt sich. Staub, Asche und Ruß wirbeln umher, umhüllen alles und rauben einem den Blick auf die Sonne. Die Sonnenstrahlen verlieren sich in riesigen Wolkenfeldern und dringen nicht mehr bis auf die Erdoberfläche durch. Es wird dunkel. Kälte breitet sich aus. Flächenbrände entzünden sich, es kommt zu Vulkanausbrüchen. Gewaltige Erdbeben erschüttern die Erde. Riesige Flutwellen wälzen sich auf das Festland zu. Langsam beginnt sich das Klima zu verändern. Die ersten Pflanzen und Tiere gehen zugrunde, bis schließlich drei viertel der Lebewesen verendet sind. Unter den Opfern dieser Katastrophe sind auch die bis dahin unbesiegbaren Herrscher de Erde - die Dinosaurier.

So oder so ähnliche Szenen können sich vor 65 Millionen Jahren auf der Erde abgespielt haben, als ein 10 bis 15 Kilometer großer Asteroid mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern in der Sekunde auf den blauen Planeten zuraste und das Ende der 170 Millionen Jahre dauernden Dinosaurier-Ära einläutete. Mit der milliardenfachen Kraft der Atombombe von Hiroshima riss der Gesteinsbrocken aus dem Weltall einen 200 Kilometer großen und 10 Kilometer tiefen Krater in die Landschaft. Dieser Krater ist mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit der Chicxulub-Krater auf der Halbinsel Yucatan im heutigen Golf von Mexico. Beruhigenderweise kommen solche Meteoriten aber äußerst selten vor - rein rechnerisch ungefähr alle 100 Millionen Jahre.

Als Beweis für die Meteoriten-Theorie wird die weltweite Iridiumanomalie an der KT-Grenze angesehen. Iridium kommt normalerweise auf der Erdkruste äußerst selten vor, und gelangt eigentlich nur durch Meteoriten auf die Erde. An der KT-Grenze (Kreide-Tertiär-Grenze) konnte aber eine enorme weltweite Ablagerungsrate von Iridium festgestellt werden. Außerdem wurde so genannter Schockquarz (= Quarzkörner mit sich überkreuzenden Strichen) entdeckt, der nur durch den gewaltigen Druck des Einschlags entstanden sein kann. Ebenso wie Glaskügelchen, die durch das Schmelzen des Gesteins an der Einschlagstelle erzeugt wurden. 500 Kilometer um die Einschlagstelle des Meteoriten ist die Lehmschicht aus der KT-Grenze weltweit am dicksten.

Oder doch kein Meteorit?
Neben der Meteoriten-Theorie gibt es noch zwei weitere Ansichten, die das Massensterben begründen könnten. Eine Theorie stützt sich auf gewaltige Vulkansausbrüche in Indien bei denen Unmengen von Lava, Vulkanasche und Giftgas freigesetzt wurden, die langfristig zu Klimaveränderungen führten. Die Deccan Traps stellen einen riesigen Lavafluss dar, der um die KT-Grenze aktiv war. Die Eruptionen dauerten fast 700.000 Jahre und förderten mindestens zwei Millionen Kubikkilometer Basalt zu tage.

Langfristige Klima- und Umweltveränderungen sind der Schwerpunkt der dritten Theorie. Anhand von Versteinerungen wurde festgestellt, dass die Artenvielfalt der Dinosaurier bereits 10 Millionen Jahre vor Ende der Kreidezeit langsam zurückgegangen ist. Einige Dinosaurier erreichten noch nicht einmal diese Zeit. Er war sozusagen ein ständiges Kommen und Gehen. Neue Arten entwickelten sich, während andere völlig ausstarben. Grund für den langsamen Rückgang kann eine schleichende Klimaveränderung gewesen sein.

Doch es gibt noch andere, teilweise haarsträubende Theorien über den Grund des Massensterbens an der KT-Grenze. Neben den nicht ganz ernstzunehmenden Gründen - Ausrottung durch Urmenschen, der Riesenwuchs, Explosion eines erdnahen Sterns in Form einer Supernova und sogar aus Platzmangel auf Noahs Arche - gibt es aber auch noch andere naheliegendere Theorien, wie die Umkehrung des Erdmagnetfeldes oder Bildung von Gebirgen, die aber nie stichhaltig belegt werden konnten.

Wahrscheinlich ist bei allen ernstzunehmenden Theorien über das Aussterben der Dinosaurier ein Fünkchen Wahrheit dabei und das endgültige Todesurteil der Dinosaurier war eine Kombination aus allen drei Ereignissen. Dabei starben die Dinosaurier vermutlich nicht von heute auf morgen aus, sondern in einem allmählichen Prozess. In der langen Krisenzeit verschlechterten sich die Lebensbedingungen immer mehr, bis die Dinosaurier letztendlich vom Erdboden verschwunden waren und Platz machten für die Säugetiere.

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