Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Mittwoch, 08.02.2012
Warum sie so riesig waren
Die Ernährung war schuld...

Brachiosaurus 
Brachiosaurus
© Joe Tucciarone
Nicht alle Dinosaurier waren so riesig, es gab sie eigentlich in allen Größenordnungen. Aber einige unter ihnen waren tatsächlich extrem groß, wie zum Beispiel die Sauropoden. Einer der größten unter ihnen war der Brachiosaurus - 22 Meter lang, 14 Meter groß. Und in letzter Zeit war sogar von noch größeren Sauropoden die Rede - der Ultrasaurus und der Supersaurus waren möglicherweise bis zu 45 Meter lang.

Dieser Riesenwuchs trat bei vielen Tierarten am Ende der Jurazeit (vor ungefähr 130 Millionen Jahren) auf, aber die gigantischsten Ausmaße nahm er ohne Zweifel bei den Dinosauriern und den riesigen Flugechsen mit Spannweiten von bis zu 12 Metern an. Der Grund für den Wachstumsschub ist bis heute noch nicht vollständig geklärt, doch die Art ihrer Ernährung spielte offenbar eine wichtige Rolle.

Die riesigen Sauropoden waren so genannte Hochweider mit Spezialisierung auf besonders harte Blätter von Nadelbäumen. Für die Pflanzenfresser war es nicht ganz leicht an ihre Nahrung zu kommen und sie zu verdauen. Ihre Zähne waren einfach und eher für das Abrupfen von Blättern geschaffen, als für das Kauen. Deshalb schluckten sie zusätzlich Steine um die harten Blätter im Magen zermahlen zu können. Um die Pflanzenzellen im Magen zu spalten, benötigten sie einen riesigen Gärtank - schon alleine deshalb mussten Sauropoden so groß sein.

Die Größe der Dinosaurier hatte natürlich auch Vorteile. So war sie Schutz vor gefährlichen Raubdinosauriern, vorausgesetzt diese gehörten nicht auch zu den Größten ihrer Art. Außerdem konnten sie die Körperwärme besser speichern und sie überhitzen sich auch nicht so schnell in der Sonne.
Ein Nachteil der Größe war, dass gleichzeitig auch das Gewicht extrem zunahm, was sich wiederum auf die benötigte Nahrungsmenge und den Knochenaufbau auswirkte. Um genügend Energie für diesen gigantischen Körper aufzubringen, mussten die Dinosaurier Unmengen an Blättern fressen. Auch ein extrem stabiles Skelett wurde notwendig. Einige der Pflanzenfresser hatten außerdem in der Hüftregion so etwas wie ein "zweites Gehirn" - eine Schaltstation für die Nervenbahnen im Hinterkörper und Schwanz und um den Weg der Nervenimpulse in dem gigantischen Körper zu verkürzen.

Ab und zu wird der Riesenwuchs der Dinosaurier auch als Grund für ihr Aussterben genannt. Doch diese These konnte nie wirklich belegt werden und ist auch zweifelhaft, denn, obwohl nicht alle Dinosaurierarten dermaßen groß waren, wurde am Ende der Kreidezeit die gesamte Gruppe ausgerottet...

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Dinosaurier
Giganten der Urzeit
Was fasziniert uns so an Dinosauriern?
Die Drachen der Urzeit
Das Dinosaurier-Zeitalter
Die Welt zur Zeit der Dinosaurier
Was macht einen Saurier zum DINOsaurier?
Von Eigenschaften und Gruppen...
Wie viel Dinosaurier-Arten gab es wirklich?
Rekonstruktion anhand von Fossilien
Wie die Dinosaurier zu ihren Namen kamen...
Auch Dinosaurier haben Vor- und Nachnamen
Dinosaurier als die alleinigen Herrscher...
...und Säugetiere als winzige Lebewesen?
Was aus ihnen geworden ist...
Sind Vögel so eine Art gefiederte Dinosaurier?
Die verkannten Riesenechsen?
Waren sie gar nicht so dumm und schwerfällig?
Warmblüter oder Kaltblüter?
Fragen über Fragen...
Die Rekordhalter unter den Dinosauriern
Die Größten, Gefährlichsten, Cleversten...
Warum sie so riesig waren
Die Ernährung war schuld...
Vom plötzlichen Ende...
Wieso sind die Dinosaurier ausgestorben?
Friedhof der Giganten
Überall liegen riesige Knochen...
Dinos - Die Medienstars
Dinomania & Co.
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen