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Freitag, 10.02.2012
Von Firefightern und Satelliten
Kampf gegen die Naturgewalt

Brandbekämpfung 
Brandbekämpfung
© California Department of Water Resources
Waldbrände gehören zu den unberechenbarsten Naturkatastrophen und der Kampf gegen die Flammen ist oft verzweifelt und aussichtslos. Den gefährlichsten, weil unmittelbarsten, Kampf mit dem Feuer nehmen die "Firefighter" auf. Den entferntesten die Satelliten aus dem All...

Bei Waldbränden sind Feuerwehr und Katastrophenschutz ununterbrochen vor Ort im Einsatz. Schnelles Handeln ist entscheidend, denn jede Sekunde zählt. Die Methoden der "Firefighter" oder auch "Smokejumper" bei der Brandbekämpfung und -eindämmung sind vielseitig. Mit Sprengkörpern und Bulldozern schlagen sie Schneisen um die Brandherde. Alle brennbaren Materialien werden aus diesem Streifen entfernt.

Wenn die Windverhältnisse gut sind, brennen sie das Gras und Gestrüpp in Richtung der Feuerfront ab. So legen sie ein Gegenfeuer und entziehen den Flammen jegliche Nahrung. Es wird eine Art Feuergrenze geschaffen. Weiterhin versuchen sie Schwelbrände zu löschen sowie Häuser mit Löschschaum zu schützen. Dehnen sich die Brände dennoch weiter aus, werden sie zusätzlich noch aus der Luft bekämpft. Dazu werden spezielle Löschmaterialien über den Waldbrandgebieten verteilt.

 Brandhubschrauber
Brandhubschrauber
© California Department of Water Resources
Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, gibt es zahlreiche Vorsorgemaßnahmen. So werden zum Beispiel Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen, nach denen die Wanderer, Camper oder sonstigen Waldnutzer sich richten müssen. Herrscht die höchste Waldbrandgefahrenstufe dürfen die Wälder teilweise nicht mehr betreten werden.

Amerikanische Forscher des "Wildland Fire Assessment System" erstellen täglich für alle Bundesstaaten Waldbrandrisiko-Karten. Sie basieren auf Wettervorhersagen von nahezu 1.500 Wetter-Stationen. Diese Wetterdaten werden mit zahlreichen Faktoren, wie unter anderem der Feuchtigkeit des brennbaren Materials, verknüpft und ausgewertet. Computermodelle berechnen dann aus der Fülle der Rohdaten einen fünfstufigen Gefahrenindex.

Auch das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) ist bei der rechtzeitigen Erkennung und Ortung von Waldbränden aktiv beteiligt. Seit dem 22. Oktober 2001 kreist der Satellit BIRD in 570 Kilometer Höhe um die Erde. BIRD ist mit neuester Infrarotsensortechnik ausgestattet und kann so genannte Hochtemperaturereignisse punktgenau feststellen und die Temperaturen genau bestimmen. Diese können von gewaltigen Vulkansausbrüchen bis zu kleinen Lagerfeuern reichen...

Da Waldbrände oft fernab jeglicher Zivilisation und in schlecht erreichbaren Regionen auftreten, werden immer mehr Satelliten zur Erkennung von Waldbränden und Erforschung ihrer Auswirkungen eingesetzt: Hoch empfindliche Strahlungsmessgeräte zeichnen dabei reflektiertes Licht und Wärmestrahlung der Erdoberfläche auf. Sowohl im sichtbaren als auch im Infrarot-Bereich entstehen so Aufnahmen, die aufsteigende Rauchwolken und Brandherde zeigen.

Die NASA-"Tropical Rainfall Measuring Mission" entlarvt den natürlichen Waldbrandauslöser Blitz. Die Instrumente an Bord des Satelliten sind in der Lage, in das Innere einer Wolke zu sehen. 90 Prozent aller Blitze zwischen den Wendekreisen werden so erkannt.

Die Landsat-Aufnahmen haben eine sehr hohe Auflösung von bis zu 15 Metern pro Bildpunkt. Selbst feinste Details können so aus dem All betrachtet werden und Brandherde werden leicht ausfindig gemacht. Es können zwar nur alle 14 Tage Bilder eines bestimmten Punktes auf der Erde geliefert werden, dafür sendet der Satellit aber fast von der gesamten Erdoberfläche Aufnahmen. Umweltsatelliten können selbst mikroskopisch kleine Aerosole, die bei Bränden in die Atmosphäre gelangen, bemerken. Für Klimaforscher sind das wichtige Grundlagendaten, die mehr über die Auswirkungen der Feuer auf unser Klima aussagen können. Und auch während der Space-Shuttle-Flüge werden interessante Fotos von Rauchentwicklungen bei Wald- und Buschbränden aufgenommen.

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