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Freitag, 20.04.2018
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Wassertaxi mit E-Antrieb

Großstädte als Vorreiter für elektrische Passagierschiffe

Ähnlich wie bei den Elektroautos entfalten auch die schwimmenden Elektroabtriebe ihre Vorteile am besten auf Kurzstrecken und im Stadtverkehr. Es ist daher kein Wunder, dass vor allem Großstädte inzwischen auf emissionsarme und leise Elektrofähren und Wassertaxis setzen.

Die Berliner Elektrofähre Fähr-Bär 1 bekommt ihren Strom größtenteils von den Solarzellen auf dem Dach.

Berliner Fähren laufen mit Solarstrom


Vorreiter in Deutschland ist Berlin: Hier verkehren seit 2014 elektrisch betriebene Passagierschiffe auf vier Linien des städtischen Wassernetzes. Die Metropole ist damit die erste Stadt, die Elektroschiffe in den öffentlichen Nahverkehr integriert hat. Die "Fährbär"-Katamarane werden von zwei Elektromotoren mit jeweils zehn Kilowatt Leistung angetrieben. Damit erreichen die gut 18 Meter langen Fähren immerhin ein Tempo von bis zu zwölf Stundenkilometern.

Den Strom für die Schiffsbatterien liefert zum größten Teil die Sonne: Jedes Schiff trägt 66 Quadratmeter Solarmodule auf dem Dach, die meist genügend Strom für das Aufladen der Akkus liefern. Sollte das Berliner Wetter aber nicht mitspielen, kann die Fähre auch Strom von Ladestationen am Anleger tanken.

Venedig setzt auf Hybrid


Einen Umstieg im großen Stil plant Venedig. In der Lagunenstadt sind rund 20.000 Ausflugsboote und 550 Wassertaxis unterwegs, um jährlich Millionen von Besuchern über ihre Kanäle und zu den Inseln zu befördern. Bisher wird diese Flotte von Diesel angetrieben – entsprechend viel Lärm und Abgase verursacht dies während der Hochsaison.

So sieht eines der ersten auf Hybrid umgerüstetes venezianischen Wassertaxis aus.

Um das zu ändern, haben britische Ingenieure einen Hybridantrieb entwickelt, mit dem die Wassertaxis und Fähren Venedigs einfach umgerüstet werden können. In den Kanälen innerhalb der Stadt sollen die Schiffe dann künftig rein elektrisch fahren – hier darf ohnehin nur mit gedrosseltem Tempo verkehrt werden, um die alten Gebäude zu schützen. Auf den längeren Strecken auf der Lagune und zum Flughafen übernimmt dann ein moderner Dieselmotor. Er ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und lädt gleichzeitig die Akkus der Fähren auf.

Der Wandel beginnt


"Die Vorteile sind klar: Kein Lärm, kein Schadstoff-Ausstoß und keine Vibrationen beim Schiffsverkehr in der Stadt", erklärt Suleiman Sharkh von der University of Southampton. "Die verringerten Wartungskosten und ein halbierter Dieselverbrauch sind weitere gute Argumente dafür." Noch in diesem Herbst sollen die ersten Tests auf Venedigs Wasserstraßen laufen. 2017 könnte dann die Serienproduktion des Hybridmotors beginnen.

Die niederländische Stadt Rotterdam ist schon einen Schritt weiter: Sie hat ihre Flotte von Wassertaxis gerade auf 16 Hybridschiffe erweitert. Die knallgelben Minifähren verkehren auf einem Seitenarm der Maas im Stadtzentrum und nutzen dabei ebenfalls vorwiegend den Elektroantrieb. Bis zu 70 Prozent Treibstoff sparen sie dadurch ein.
Nadja Podbregar
Stand: 07.10.2016
 
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