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Dienstag, 19.06.2018
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Tödlicher Schutz?

Wie gefährlich ist der Van-Allen-Gürtel wirklich?

So wichtig die Teilchen- und Strahlungsfalle des Van Allen Gürtels für unsere Erde und das Leben auf ihr ist, so schädlich ist der Strahlengürtel für denjenigen, der sich länger in ihm aufhält. Denn die ultraschnellen Teilchen besitzen genügend Energie, um bei Kollisionen mit Molekülen Elektronen aus deren Atomhüllen zu schlagen. In einem Lebewesen können durch diese ionisierende Strahlung die DNA und andere Biomoleküle geschädigt werden.

US-Physiker James Van Allen erklärt die Magnetosphäre

"Längere Aufenthalte besser vermeiden"


Diese Gefahr erkannte bereits 1961 der Entdecker der Strahlengürtel, der US-Physiker James Van Allen: "Zwar können mechanische und elektrische Ausrüstung in diesen strahlungsreichen Zonen arbeiten, ein lebender Organismus aber kann dieses Niveau der Strahlenschäden nicht überleben", erklärte Van Allen. Längere Aufenthalte in den Strahlengürteln seien daher bei bemannten Raummissionen besser zu vermeiden.

Um herauszufinden, wie schädlich ein Flug durch die Strahlengürtel ist, schickte die Sowjetunion im September 1968 ihre Raumsonde Zond 5 mit belebter Fracht in den Weltraum: An Bord waren unter anderem zwei lebende Schildkröten sowie Fruchtfliegen, Mehlwürmer, Bakterienkolonien und Pflanzensamen. Nachdem die Sonde den Erdorbit verlassen und den Mond einmal umrundet hatte, kehrte sie zur Erde zurück – mit unbeschadeten Passagieren.

Die Flugbahn der Apollo-Missionen führte bewusst am dichtesten Teil der Van-Allen-Gürtel vorbei.

Warum wurden die Apollo-Astronauten nicht verstrahlt?


Die einzigen Menschen, die bisher den Van-Allen-Gürtel durchquert haben, sind die Astronauten des Apollo-Programms. Um sie dem Teilchen-Bombardement möglichst wenig auszusetzten, plante die NASA die Flugbahn der Apollo-Sonden eigens so, dass sie den inneren Strahlungsgürtel nur touchierten und den äußeren in seinem weniger dichten Randbereich durchflogen.

Wie die Dosimeter der Astronauten verrieten, ging dieser Plan auf: Die Werte der Astronauten lagen bei einer Äquivalenzdosis von durchschnittlich 0,5 Millisievert – das ist rund ein Viertel dessen, was man innerhalb eines Jahres in Deutschland durch die Hintergrundstrahlung bekommt. Wäre die Apollo-Sonde allerdings mitten durch den geomagnetischen Äquator und damit durch den dichtesten Teil der Strahlengürtel geflogen, wären die Astronauten mit mehr als zehn Sievert belastet worden.
Nadja Podbregar
Stand: 15.07.2016
 
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