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Freitag, 10.02.2012
Nächtliche Jäger auf Samtpfoten
Katzen

Hauskatze 
Hauskatze
© IMSI Masterclips
Kaum ein Tier wurde in der bisherigen Menschheitsgeschichte auf der einen Seite so geliebt und vergöttert und auf der anderen Seite so verfolgt und bedroht wie die Katze. Die Freundschaft zwischen Katzen und Menschen soll in der Zeit begonnen haben, als die ersten Menschen ihre Jäger und Sammler-Dasein aufgaben und sesshaft wurden. Forscher vermuten, dass die Katze damals die Nähe der Menschen von allein gesucht hat und nicht, wie der Hund, von ihnen domestiziert wurde. Damals bauten die Menschen die ersten Kornkammern, Tummelplatz für zahlreiche Ratten und Mäuse. Der reichhaltig gedeckte Tisch zog die Katzen als fleischfressende Raubtiere (Carnivoren) an und da es immer genug Nagetiere in den Kornkammern gab, blieben die kleinen Carnivoren einfach da. Den frischgebackenen Bauern gefielen die Mäusevertilger und so nahmen sie sich der Katzen an.

Katzenverehrung im alten Ägypten
Im alten Ägypten wurde vor 5000 Jahren die Urahnin unserer Hauskatze, die Falbkatze, sogar zu einer Göttin erhoben. Basket wurde sie genannt und mit einem menschlichen Frauenköper und einem Katzenkopf abgebildet. Niemand durfte damals auch nur eine Hand gegen eine Katze erheben. Starb eine Katze, fiel die ganze Familie in tiefe Trauer. Tötete jemand eine Katze, mußte derjenige die Tat mit seinem Leben bezahlen. In China, 1000 Jahre später, wurden Katzen ebenfalls sehr verehrt. Die alten Chinesen haben an den Augen ihrer Katzen angeblich die Tageszeit und sogar die Stunde ablesen können.

Die Tageszeit kann man an der Pupillengröße leicht ausmachen, mittags - kleine Pupille, abends - große Pupille, aber dazu bracht man eigentlich keine Katze. Im Europa des Mittelalters hatte Katzen jedoch keinen guten Stand. Die Tiere seien mit Hexen befreundet und mit dem Teufel im Bunde, hieß es zu der Zeit. Ihre nächtliche Lebensweise verfestigte nur noch ihren schlechtem Ruf. Also wurden sie gnadenlos verfolgt und gejagt. Im 19. Jahrhundert hörte die ganze Aufregung um die Leisetreter endlich auf und sie wurden zu ganz normalen Haustieren.

Viele Geschichten ranken sich noch heute um die kleinen Fleischfresser, die gern in der Nähe der Menschen leben. Die meisten von ihnen behandeln die angeblich "übersinnlichen" Fähigkeiten der Katzen. Alle Katzen gehören zur Familie der Felidae. Unter diesem Namen tummeln sich sibirische Tiger ebenso wie kleine weiße Perserkatzen. Dass die Kleinen mit den Großen verwandt sind, erkennt man schon am Körperbau. Auch wenn die kleine Tatze eines Haus-Tigers nicht soviel anrichten kann, wie die Pranke eines ausgewachsenen Löwens, die Ähnlichkeit ist unverkennbar. Weitere charakteristischen Katzenmerkmale sind der geschmeidige und kraftvolle Körper und der rundliche Kopf.

Viele Wissenschaftler meinen, dass Katzen die von der Natur am besten ausgestatteten Raubtiere sind. Ihre Sinnes-Fähigkeiten erscheinen uns Menschen schon fast magisch. Katzen erfahren die Welt durch drei Informationssysteme: Augen, Ohren und Tasthaare. Ihre Sinnesleistungen sind an ein Leben in der Dämmerung und bei Nacht angepasst, denn dann ist ihre Jagdzeit. Die Augen der Katzen haben eine Art "Restlichtverstärker", so das sie bei Dämmerung und Nacht etwa fünf Mal mehr sehen können als der Mensch. Eine Spiegelschicht am Hintergrund des Auges verstärkt nicht nur den Lichteinfall und nutzt so jedes verfügbare Restlicht, sondern bewirkt auch das Glühen der Augen bei Nacht.

Das Gehör der Katzen ist so präzise, das sie die Maus in zehn Metern Entfernung nicht nur orten, sondern auch deren Laufgeschwindigkeit einschätzen können. Die pelzigen Jäger können auch Ultraschall-Schwingungen bis 60.000 Hz wahrnehmen. Last but not least, ist jedes der empfindlichen Barthaare der Katzen, Vibrissen genannt, mit ungefähr 200 Nervenfasern ausgestattet. Die Haare funktionieren wie ein Radarsystem und können sogar Fernreize wahrnehmen. Katzen sind auf ein Leben als nächtliche Beutegreifer also bestens ausgestattet. Und auch die faulsten Hauskatzen, deren Ur-Ur-Urahnen auch schon nur noch bis zum nächsten Futternapf gejagt sind, haben trotzdem nichts von ihren Fähigkeiten eingebüßt.

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