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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Gebirge bedecken ein Viertel der Erdoberfläche und sind Lebensraum für zehn Prozent der Weltbevölkerung. Ihre natürlichen Ressourcen wie Wasser, Holz, Rohstoffe und Energie nicht nur für die Bergbewohner, sondern für einen Großteil der Menschheit lebensnotwendig.


  • Gebirge speichern in hohem Maße Wasser (Niederschläge und Gletscherschmelze) und sind damit wichtigster Trinkwasserlieferant einer wachsenden Weltbevölkerung. Die in den Gebirgen entspringenden Flüsse sind die Lebensadern von Tälern und Tieflandregionen.


  • Die Gebirgsressource Wasser trägt wesentlich zur Versorgung von Stadt- und Industriegebieten bei. Durch Stauseen und Wasserkraftanlagen versorgen Gebirge auch das Umland mit Energie. In der Schweiz tragen die alpinen Wasserkraftanlagen beispielsweise zu über 60 Prozent zur heimischen Energieproduktion bei.


  • Gebirge bieten einen wichtigen Rückzugsraum für zahlreiche vom Massensterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. So sind beispielsweise rund 22 Prozent der mitteleuropäischen Gefäßpflanzen nur noch in den Alpen anzutreffen.


  • Gebirge leiden unter einem weltweit steigenden Nutzungsdruck wie Landwirtschaft, Massentourismus oder kriegerische Auseinandersetzungen. Von der Zerstörung des sensiblen Bergökosystems sind nach Schätzungen weltweit 600 Millionen Menschen unmittelbar betroffen.


  • Der globale Klimawandel - Temperaturerhöhung und erhöhte Niederschläge - setzt den Gebirgen zusätzlich zu. Wissenschaftler prophezeien, dass bei Anhalten der derzeitigen Erderwärmung 90 Prozent der Gebirgsgletscher im Jahr 2025 verschwunden sein werden. Demnach werden auch Extremereignisse wie Lawinen, Schlammströme oder Bergrutsche zunehmen.


  • Der Mensch dringt immer stärker in die Gebirgsräume vor. Dabei siedelt und wirtschaftet er auch in kritischen Bereichen - an steilen Hängen oder in der Bahn möglicher Massenbewegungen - und bringt sich und seine Siedlungen damit in Gefahr. Durch den zu erwartenden Anstieg von Extremereignissen wie Bergrutsche oder Lawinen werden Gebirge so für den Menschen zunehmend zu Gefahrenräumen.


  • Um das Bewußtsein für die Verletzlichkeit und die Bedrohung von Gebirgen zu schärfen, hat die UNO das Jahr 2002 zum internationalen "Jahr der Berge" erklärt. In zahlreichen Veranstaltungen und Projekten sollen Lösungsansätze entwickelt werden, die der Degradation der Gebirge Einhalt gebieten. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Bewahrung des kulturellen Erbes und die nachhaltige Entwicklung der natürlichen Ressourcen der Bergregionen.

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