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Dienstag, 21.08.2018
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Ein unberechenbares Pendel

Auf der Suche nach den Ursachen

El Niño und El Niña

Die Kapriolen des El Niño gehören zum normalen irdischen Klimageschehen wie die Jahreszeiten oder der Monsun. Wie ein gewaltiges Pendel schwingen die wiederkehrenden Veränderungen von Wasser, Wind und Temperaturen seit Jahrtausenden zwischen Ost und West, Hoch und Tief, El Niño und La Nina hin und her. Jahresringe von jahrhundertealten Bäumen aus dem Amazonasgebiet, Eisbohrkerne aus dem Himalaya und Korallenstöcke aus Neu-Guinea - sie alle zeugen von der langen Geschichte des Klimaphänomens El Niño.

Und doch schafft er es immer noch, die Wissenschaft zu verblüffen. Denn im Gegensatz zu den wie nach der Uhr ablaufenden Jahreszeiten ist der El Niño launisch und unberechenbar. Sein Kommen und Gehen ist nur schwer vorherzusagen und nach den Auslösern für die wiederkehrenden Wechsel suchen die Klimaforscher schon seit Jahrzehnten.

Walker's Weitblick...


Das erste Puzzleteil zur Lösung dieses Rätsels entdeckte in den 1920-er Jahren der Meteorologe Gilbert Walker. Während seine Kollegen noch vollauf damit beschäftigt waren, die lokalen Auswirkungen des El Niño entlang der südamerikanischen Küste zu beobachten, dachte er bereits in größeren Zusammenhängen. Ihm war aufgefallen, dass bestimmte Ausprägungen des indischen Monsuns oft von außergewöhnlichen Trockenperioden in Australien und Indonesien und besonders milden Wintern in Westkanada begleitet wurden.

Nur ein Zufall? Oder steckte doch mehr dahinter? Walker reiste nach Indien und ging den Dingen auf den Grund. Bald stellte er fest, dass die Luftdruckverhältnisse beiderseits des Pazifik tatsächlich wie bei einer Wippe waren: Stieg der Luftdruck im Osten, sank er im Westen und umgekehrt. Diese normalerweise starken Luftdruckgegensätze schienen sich jedoch alle paar Jahre abzuschwächen. Und genau unter diesen "Low-Index"-Bedingungen ereigneten sich die Trockenheiten und Monsunstörungen, die Walker bereits früher aufgefallen waren. Walker taufte die von ihm entdeckten Luftdruckbewegungen "Southern Oscillation" - und wurde prompt von seinen Kollegen verlacht.

...ergibt ein großes Ganzes


Erst 40 Jahre später bestätigte ein anderer Klimaforscher, Jacob Bjerknes, die von Walker bereits vermuteten Zusammenhänge von "Southern Oscillation" und Klimaphänomenen wie dem El Niño. Er beobachtete, dass die großräumigen Veränderungen der Meerestemperaturen während eines El Niño immer dann auftraten, wenn sich gleichzeitig auch die Luftdruckunterschiede zwischen Ost- und Westpazifik abschwächten, das Pendel der Southern Oscillation also ausschwang. Beide Phänomene mussten daher, so folgerte der Forscher, Teil eines einzigen großen Zyklus sein, des "El Niño-Southern Oscillation" oder ENSO.

Stand: 23.08.2001
 
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