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Donnerstag, 24.05.2018
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Was kommt, wenn er kommt?

Klimakapriolen im Gefolge des El Niño

Die Anwohner des tropischen Pazifik sind die ersten, die die Auswirkungen des El Niño zu spüren bekommen. Die normalen Wetterverhältnisse - trocken im Osten und feucht im Westen - kehren sich in einem El Niño-Jahr wie es jetzt herrscht - noch im Laufe des Herbstes - komplett um:

Die normalerweise über den feuchtwarmen Regionen Asiens hängenden Regenwolken verziehen sich ostwärts. Die Folge sind Trockenheit und starke Waldbrandgefahr in Indonesien, Malaysia und anderen Ländern des tropischen Südostasien.

Waldbrand

Waldbrand

Während des starken El Niño von 1997/98 gerieten durch die Dürre die zahlreichen von indonesischen Waldarbeitern gelegten Brände so außer Kontrolle, dass die gesamte südostasiatische Region für Monate unter einem Rauch und Smogschleier versank. Von den typischerweise durch El Niño ausgelösten Dürren bleiben auch Australien und das südliche Afrika nicht verschont.

Der Regen, der den westlichen Pazifikstaaten fehlt, geht dafür um so reichlicher im Osten nieder: Die über dem aufgeheizten Ostpazifik aufsteigende warme und feuchte Luft regnet sich über den tropischen Küstenregionen Südamerikas wieder ab und löst Überschwemmungen und Erdrutsche aus, ganze Ernten könnten in sintflutartigen Regenfällen ertrinken.

Doch die Wetterveränderungen beschränken sich nicht nur auf die Tropen, auch die gemäßigten Breiten bekommen die Kapriolen des "Christkinds" zu spüren: Die an milde und trockene Winter gewöhnten Einwohner von Florida und den anderen südöstlichen "Sonnenstaaten" der USA müssen sich in diesem Jahr auf ungemütlich nasses und kaltes Winterwetter einstellen.

Im Golf von Mexiko fördert der El Niño zudem die Entstehung von Stürmen, die durch den abgelenkten Jetstream bis in den Südosten der USA getragen werden. Ein ähnlicher Mechanismus lässt die pazifischen Winterstürme weiter im Osten entstehen als gewöhnlich und lenkt sie südwärts an die Küsten Chiles und Argentiniens und nordwärts nach Kalifornien und entlang der amerikanischen Westküste.

Dort können starke Regenfälle und Rekordschneefälle immer wieder zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Schlammlawinen führen. Einige der verheerendsten Erdrutsche im Südwesten der USA ereigneten sich während der El Niño-Jahre.

Doch wenigstens einige der vom El Niño betroffenen Menschen können aufatmen: Für die Bewohner der Hurrikan-Alley im mittleren Westen der USA sind El Niño-Jahre gute Jahre, denn dann nimmt die Zahl und Stärke der Wirbelstürme in dieser Region ab...

Stand: 23.08.2001
 
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