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Freitag, 23.02.2018
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Wenn das "Christkind" Amok läuft...

Was ist ein El Niño?

"El Niño", das Christkind - so nennen die peruanischen Fischer seit dem 19. Jahrhundert die jährliche Warmwasserperiode vor der südamerikanischen Pazifikküste, bei der immer um die Weihnachtszeit herum für einige Wochen die Fische ausbleiben. Das warme, fischarme Wasser beschert den Fischern eine durchaus willkommene Zwangspause für Weihnachtsurlaub oder Reparaturen an der Ausrüstung.

Wenn allerdings Klimaforscher und Meteorologen vom El Niño sprechen, geht es um weit mehr als fischlose Ferien: Denn alle paar Jahre spielt das "Christkind" verrückt. Auch in diesem Jahr kündigt sich ein solcher ausgewachsener El Niño bereits wieder an, die ersten Vorzeichen gibt es schon. Doch was steht uns dann bevor?

Wassertemperaturen im Pazifik (Januar 1997)

Wassertemperaturen im Pazifik (Januar 1997)

Das Wasser erwärmt sich in einem solchen Jahr stärker als sonst und dies nicht nur über wenige Wochen, sondern über Monate hinweg. Und nicht nur das, das gesamte Klima beginnt sich zu verändern: Sintflutartiger Regen fällt nun dort, wo sonst Wüstenklima herrscht und feuchtwarme Tropenregionen haben plötzlich mit ausgedehnten Dürreperioden zu kämpfen. Von diesen Klimakapriolen ist dann nicht mehr nur Südamerika betroffen, sondern die gesamte Pazifikregion und in schwächerem Ausmaß auch der Rest der Welt.

Und all das wegen ein bisschen warmen Wassers? Im Prinzip ja: Der El Niño ist tatsächlich nichts anderes als ein gewaltiger Warmwasserschwall, der einmal quer über den Pazifik schwappt. Normalerweise wird diese gigantische lauwarme Wassermenge von den westwärts wehenden Passatwinden im Westen des Meeres festgehalten. Die Meerestemperatur kann dann im Westpazifik bis zu zehn Grad höher liegen als im Osten. Die gestauten Wassermassen wölben die Meeresoberfläche im Westen so stark auf, dass der Meeresspiegel um bis zu 150 Zentimeter ansteigt.

Wassertemperatur im Pazifik (November 1997)

Wassertemperatur im Pazifik (November 1997)

In El Niño-Jahren werden die Passatwinde schwächer und können das Wasser nicht mehr aufhalten: Unerbittlich strömt dann das warme Meerwasser "bergab" gen Osten und sammelt sich, meist mit Beginn des Winters, vor der Küste Südamerikas. Hier legt sich die wärmere Wassermasse wie ein Riegel über das normalerweise nach oben drängende kalte, nährstoffreiche Tiefenwasser und blockiert jeden Wasseraustausch. Das Kaltwasser bleibt in der Tiefe gefangen, der von ihm gespeiste Humboldtstrom bricht ab.

Von der aufgeheizten Meeresoberfläche steigen währenddessen ungeheure Mengen feuchter Warmluft auf und transportieren große Mengen Wasser und Wärme in die Atmosphäre - und verändern damit das sensibel ausbalancierte Klimageschehen, zunächst lokal, dann aber weltweit...

Stand: 23.08.2001
 
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