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Die Entdeckung der Tiefen Biosphäre hat nicht nur gängige Lehrmeinungen über das Leben auf der Erde umgekrempelt, auch für die Suche nach Leben auf anderen Planeten herrschen nun neue Regeln: Wenn das Leben auf der Erde möglicherweise gar nicht auf der Oberfläche, sondern darunter entstanden ist, könnte dies schließlich ebenso gut auch auf anderen Planeten der Fall gewesen sein.
| |  | Marsrover mit Bohrer © NASA | Entsprechend richtet sich der Blick der Lebenssucher nun auch im Kosmos vermehrt auf das, was sich unter den Oberflächen der Planeten und Monde tut. Dies gilt vor allem für unseren Nachbarplaneten Mars. Galt er doch sowohl in der Science Fiction Literatur als auch für Wissenschaftler schon immer als der wahrscheinlichste Kandidat für Leben in unserem Sonnensystem. Frühe Astronomen glaubten auf seiner Oberfläche künstliche Kanäle zu erkennen, die scheinbar saisonalen Farbänderungen führten zu Spekulationen über eine Marsvegetation und die "kleinen grünen Männchen" sind geradezu sprichwörtlich.
Mit Beginn der Marsmissionen sind diese Utopien zwar überholt, dennoch ist die Hypothese vom Leben auf dem Roten Planeten noch immer nicht endgültig entkräftet oder bestätigt: Obwohl der Planet seit den 1970er Jahren fast kontinuierlich von Raumsonden umkreist wird, sind die Ergebnisse zu spärlich und auch zu widersprüchlich. So richtig vielversprechend sehen die bisherigen Daten allerdings nicht aus.
Doch jetzt schöpfen auch die Astrobiologen neue Hoffnung. Wenn schon auf der Erde an den scheinbar lebensfeindlichsten Orten Leben existiert, warum nicht auch unter der Oberfläche des Mars - dort, wo bisher einfach noch niemand gesucht hat?
Genau das haben die Wissenschaftler des MARTE-Projekts der NASA und mehrerer amerikanischer Universitäten vor. In ihrem "Mars Research and Technology Experiment" erforschen die Astrobiologen, zunächst noch ganz irdisch, die Lebenswelt im Rio Tinto, einem Fluss im Südwesten Spaniens. In ihm fließt eine giftige, nahezu sauersstoffreie Brühe aus Schwermetallen und hochprozentiger Schwefelsäure, gespeist aus unterirdischen Quellen.
Doch die Brühe lebt und bietet damit ein optimales Modell für ähnlich lebensfeindliche Bedingungen auf dem Mars. Denn auch dort ist der Boden reich an Eisen- und Schwefelverbindungen und gilt als hochgradig lebensfeindlich. Aber wenn Mikroben im Rio Tinto überleben, warum nicht auch auf dem Mars? "Die Suche nach Leben im Rio Tinto bietet eine gute Analogie zur Suche nach Leben auf dem Mars" erklärt Carol Stoker, die Leiterin des Projekts.
Ziel von MARTE ist es allerdings zunächst einmal, am Rio Tinto neue Bohr- und Analysetechniken zu entwickeln. Ähnlich wie später einmal auf dem Roten Planeten gilt es, die Bohrungen in den Untergrund und auch automatisierte Analysemethoden ohne jede Kontamination von der Oberfläche durchzuführen - und das mit ferngesteuerten Robotern.
Bestehen die neuen Methoden einen Simulationstest, könnten sie eines Tages vielleicht die Marslandesonden der nächsten Generation ausrüsten und damit vielleicht den entscheidende Durchbruch auf der Suche nach Leben auf dem Mars bringen...
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