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Freitag, 10.02.2012
Zwei Minuten vor Zwölf...
Das Beben von 1923

Sehr wohl bemerkt wurde allerdings das Beben von 1923 - mit einer Stärke von 7,9 auf der Richterskala das schwerste Erdbeben der japanischen Geschichte. Es begann am 1. September, zwei Minuten vor zwölf Uhr. Aufklaffende, meterbreite Bodenspalten, Schlammlawinen, Erdrutsche und nicht zuletzt das ausbrechende Großfeuer vernichteten beinahe die ganze Stadt.

140.000 Einwohner Tokyos und Umgebung kamen bei dem tragischen Ereignis ums Leben. Die Feuersäulen des entstehenden Brandes waren noch in über 150 Kilometer Entfernung zu sehen. Etwa 30.000 Menschen flüchteten sich vor dem sich rasch ausbreitenden Feuer an ein altes Armeedepot am Sumida-Fluss. Vergeblich, sie wurden von den Flammen eingekreist und kamen ums Leben.

Auch nach dem Beben herrschten Plünderungen, zahlreiche Menschen waren obdachlos und die Bevölkerung stand vor einem finanziellen Schaden, der über 15 Prozent des japanischen Bruttosozialproduktes betrug. Obwohl 95 Prozent aller Häuser zerstört waren, wurde die Stadt innerhalb von nur sieben Jahren komplett wieder aufgebaut. Etwa so, wie Tokyo auch zu Beginn eines jeden neuen Godzilla-Film wieder neuer und schöner aussieht, als jemals zuvor.

Dennoch lebt die Bevölkerung Tokyos weiterhin in dem Bewusstsein, dass ein ähnliches Ereignis jederzeit einen Großteil der Bevölkerung auslöschen kann. Das 1995 auftretende Erdbeben in der Stadt Kobe, das mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala 5.000 Menschen das Leben kostete, hat den Einwohnern Japans den Schrecken wieder ins Bewusstsein gerufen.

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