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Freitag, 10.02.2012
Stabiler Kern mit spiraliger Hülle
Das Projekt "Millennium-Tower"

Japan und die USA sind derzeit führend in der Entwicklung erdbebensicherer Bauten. Da ist es kein Wunder, dass gerade die beiden Nippon-Hotels dem letzten großen Beben in Taiwan nur mit geringen oder nahezu gar keinen Schäden standhielten.

Überhaupt scheinen mittlerweile die großen Wolkenkratzer sicherer zu sein, als die niedrigen Holzhäuser nach traditioneller Bauweise. So stürzten etwa 1995 beim Erdbeben in Kobe vor allem Holzhäuser mit relativ schweren Dächern um und rissen dabei teilweise noch andere Häuser mit sich. Über 100.000 zerstörte Gebäude zeigte die erschreckende Bilanz nach dem Beben.

Bei einem Gang durch Tokyo werden einem zudem die zahlreichen Feuerlöscher auffallen, die an den Straßenrändern angebracht sind und im Notfall von jedem benutzt werden können. Denn ebenso schlimm wie die Erschütterungen selbst wirken oft die Feuersbrünste aus, die nach einem Beben entstehen. Auch hier begünstigt die traditionelle Holzbauweise die Ausbreitung von Bränden.

Zur Zeit wird eine neues Riesenprojekt in Angriff genommen: Der Bau des "Millenium-Tower", einer 800 Meter hohen Konstruktion auf einer Plattform im Meer vor Tokyo. Auf 150 Stockwerken soll Platz für 2.000 Wohnungen und Büroräume für rund 17.000 Menschen geschaffen werden, eine gesamte Stadt im Turm. Erdbebensicher wird das gigantische Bauwerk natürlich auch sein. Ein stabiler Kern aus Stahlrohr ummantelt die Fahrstühle und Treppen. Der Kern wird mit der äußeren Hülle, die über Spiralkonstruktionen versteift ist, über horizontale Träger verbunden.

Das nächste Beben könnte also getrost kommen, wäre da nicht die Erinnerung an das nur mittelschwere Beben 1994 in Kalifornien, bei dem auch speziell für starke Erdbeben konstruierte Autobahnbrücken einstürzten...

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