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Freitag, 10.02.2012
Notfallrucksack und Kabelgewirr
Trainieren für das große Beben

So werden die Menschen darauf getrimmt, sich während eines Bebens möglichst im 2. Stock eines Gebäudes unter einem Tisch oder Türrahmen zu befinden. Draussen sollte man sich nicht aufhalten, da dort die Gefahr herabfallender Gegenstände erhöht ist. Trotzdem aber Türen offen lassen, um im Notfall einen Fluchtweg zu haben.

Für verschiedene Bezirke Tokyos gibt es bestimmte vorgesehene Evakuierungsgebiete, deren Nummern auch auf den Straßenschildern angegeben sind. Zudem sind die Japaner dazu angehalten, stets einen Notfall-Rucksack gepackt zu haben. Darin sollten sich haltbare Lebensmittel, Trinkwasser, erste Hilfe-Utensilien und ein Radio befinden, um stets die neusten Katastrophenmeldungen zu empfangen. Das kann sehr sinnvoll sein, denn gerade in Japan ist die Kommunikation extrem schnell.

Auch bei auftretenden Seebeben, die Flutwellen, sogenannte Tsunamis, auslösen können, wird schon wenige Minuten später von den Fernsehanstalten live darüber berichtet. So können Ortschaften in der Gefahrenzone rechtzeitig gewarnt werden. Daher liegt die Zahl der katastrophenbedingten Todesopfer in Japan auch beträchtlich niedriger, als in anderen Ländern mit vergleichbarem Erdbeben-Risiko.

Dennoch starben bei dem 1995er Erdbeben in Kobe mehr als 5.000 Menschen. Der Grund dafür lag vor allem in der raschen Ausbreitung des Feuers, das in der Folge des Bebens entstand. Um dieses Risiko zu minimieren, sind in den meisten Straßen Tokyos Feuerlöscher angebracht, die bei Bedarf von jedem genutzt werden können. Auch Privatpersonen sind dazu aufgefordert, mindestens einen Feuerlöscher in der Wohnung zu haben und sich mit der Handhabung vertraut zu machen.

Neben den Feuerlöschern ist das Gewirr von überirdisch angebrachten Kabeln auffällig, die sich über die Straßen Tokyos spannen. Das sieht zwar unschön aus, hat aber den Vorteil, dass wichtige Versorgungsleitungen nach einer Katastrophe schnell wieder instand gesetzt werden können. Zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen. Welche Auswirkungen aber ein wirkliches Erdbeben überdurchschnittlicher Stärke in Tokyo haben wird, kann niemand voraussehen...

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