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Donnerstag, 23.11.2017
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Der geschickte Mensch

Die Entdeckung des Homo habilis

Louis Leakey untersucht Fossilien aus der Olduvai-Schlucht.

Louis Leakey untersucht Fossilien aus der Olduvai-Schlucht.

Herbst 1960. Auf der Suche nach weiteren Fossilen des "Nutcracker Man" stößt der älteste Sohn der Leakeys, Jonathan, tatsächlich auf ein weiteres Relikt: den Unterkiefer und die obere Schädelhälfte eines weiteren menschenähnlichen Wesens. Wenig später finden die Forscher auch dazu gehörende Hand- und Handgelenksknochen. Nähere Untersuchungen enthüllen aber sehr schnell, dass es sich dabei um etwas völlig anderes handelt als den "Nutcracker-Man".

Ein neuer Schädel


Das 1,75 Millionen Jahre alte Fossil hat zum einen ein sehr viel größeres Gehirn, 674 Kubikzentimeter ermittelt der Kollege der Leakeys, Philip Tobias. Damit liegt die Gehirngröße weit über der der Australopithecinen, aber unter der des Homo erectus. Innenausgüsse der Schädelkapsel zeigen zudem, dass das Gehirn in seiner Form stärker unserer heutigen Hirnanatomie ähnelte.

Vor allem finden sich erstmals Windungen im Stirn- und Schläfenbereich. Auch die Handknochen und Zähne sind weitaus menschenähnlicher als bei allen zuvor in Afrika entdeckten Vormenschen, wie John Napier, ein Spezialist für Handfossilien feststellt.

Nachbildungen von "Johnny's Child" – den ersten in Afrika entdeckten Schädelteilen des Homo habilis.

...und eine neue Menschenart?


Für Leakey lässt dies nur einen Schluss zu: Im Gebiet der Olduvai-Schlucht müssen vor knapp 1,8 Millionen Jahren gleich zwei menschenähnliche Primaten gelebt haben. Und einer von beiden, repräsentiert durch die Skelettteile des "Johnnys Kind" getauften Jugendlichen, muss nach Ansicht des Paläoanthropologen bereits ein Frühmensch gewesen sein.

Im April 1964, nach drei Jahren der Analysen und Überlegungen, stellen Leakey, Tobias und Napier ihren Fund im Fachmagazin "Nature" der Öffentlichkeit vor. Darin bezeichnen sie ihn als "Homo habilis" – den geschickten Menschen - und ordnen ihn damit klar der Gattung Homo zu. Ihrer Ansicht nach haben sie damit nichts weniger entdeckt als den ältesten echten Menschen – und den ältesten Vorfahren in unserer Ahnenreihe, der regelmäßig Werkzeuge herstellt und nutzt.
Nadja Podbregar
Stand: 25.04.2014
 
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