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Freitag, 10.02.2012
Seltsame Häufungen und die "Lucky- Larvae"- Theorie
Die ungelösten Rätsel der hydrothermalen Schlote

Gut 20 Jahre ist es inzwischen her, seit das Tauchboot Alvin vor den Galapagos Inseln die ersten Schwarzen Raucher entdeckte. Seither beobachteten, erforschten und analysierten Wissenschaftler aus aller Welt diese exotischen Oasen des Lebens in der Tiefsee. Aber unzählige Fragen sind noch immer ungeklärt, viele Rätsel ungelöst.

Im Dunkeln tappen beispielsweise die Geologen bei der Frage, warum die hydrothermalen Schlote an einigen mittelozeanischen Rücken vorkommen, an anderen dagegen nicht. Zwar ist bisher nur ein kleiner Teil der insgesamt 50.000 Kilometer langen mittelozeanischen Rücken erforscht, aber auch die wenigen untersuchten Stellen zeigen bereits eine deutliche Ungleichverteilung der Schlotfelder.

Auch die Chemie der hydrothermalen Vents ist weder überall noch immer gleich: Sie variiert von Ort zu Ort und auch zeitlich. Wissenschaftler entdeckten, das einzelnen Schlote und auch ganze Schlotfelder Jahrtausende lang immer den gleichen Chemikaliencocktail ausspeien, aber genauso innerhalb von Tagen ihre gesamte Zusammensetzung komplett verändern können. Warum dies so ist, weiß jedoch niemand.

Fragen über Fragen auch bei den Biologen: Wenn sich die hydrothermalen Schlote im Laufe der Zeit verändern, sie aufhören, ihre heiße Mineralienbrühe zu speien oder der plötzliche Ausbruch eines unterseeischen Vulkans alles mit Lava bedeckt, wo bleiben die Organismen? Wie finden und kolonialisieren sie einen neuen Schlot? Lassen sie sich passiv von den Meeresströmungen mittragen, wie einige Forscher vermuten. Oder ist diese "Lucky-Larvae"-Theorie falsch, und sie nutzen bestimmte chemische Signaturen des Meerwassers, um diesen wie einer Duftspur zum Ziel zu folgen? Wie schaffen sie es, Reisen von vielen Kilometern im freien Ozean zu überleben? Oder reisen sie gar nicht und die heute weit verstreuten Schlotfelder sind erst im Laufe der Erdgeschichte auseinandergedriftet? Und warum findet man die Riesenbartwürmer nur in den Schlotfeldern des Pazifik, während die atlantischen Schlote von augenlosen Krebsen dominiert werden?

Fast jede Tauchfahrt in die Welt der Schwarzen Raucher liefert den Forschern ebenso viele neue Fragen wie Antworten. Und ein Ende der immer neuen erstaunlichen und exotischen Entdeckungen aus den Tiefen des Meeres scheint bisher nicht in Sicht...

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