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Sonntag, 18.11.2018
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Wenn Deiche weichen

Deichrückverlegung soll natürliche Puffer wiedergewinnen

Einen sicheren Schutz bieten die Deiche nicht mehr, wie sich gerade wieder beim Hochwasser gezeigt hat. „Eine Lösung ist es, die Deiche zurückzuverlegen und damit Auenflächen wiederzugewinnen“, sagt Mathias Scholz. So wie in der Nähe von Roßlau in Sachsen-Anhalt: Dort gibt es neben dem Fluss wieder die komplette Aue, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer weiter zurückgedrängt worden war.

Deiche schützen nicht immer - wie der hier überflutete Deich des Rheinzuflusses Murg zeigt.

Deichrückverlegung nennen Experten das Vorgehen: Die Deiche nah am Wasser werden geöffnet und, falls nötig, weiter im Landesinneren neu gebaut. Der Effekt hat sich in Roßlau beim jüngsten Hochwasser eindrucksvoll gezeigt: Die wiederhergestellte Aue kann 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser speichern und so Überflutungen in der Umgebung verhindern. Ein derartiges Projekt braucht allerdings viel Zeit. Ganze fünfzehn Jahre dauerte in Roßlau allein die Vorbereitung. Am schwierigsten sind bei solchen Vorhaben die Verhandlungen mit den Landwirten, die ihre Flächen meist intensiv bewirtschaften und nur selten verkaufen wollen. Einen Deich zu verlegen kostet deshalb etwa zwei bis drei Millionen Euro pro Kilometer Deich.

Nutzen zehnfach höher als Kosten


Der Aufwand aber lohnt sich. „Eine funktionierende Aue bringt Leistungen, die durchaus auch wirtschaftlich interessant sind“, sagt Mathias Scholz. Er hat dabei vor allem im Blick, dass Häuser in der Umgebung hochwassersicherer werden. Bis zu 300 Milliarden Euro an Vermögenswerten werden allein durch die untersuchten Auen geschützt, heißt es in der Studie von UFZ und BfN.

Bis ein Auwald allerdings wieder vollständig entwickelt ist, vergehen ungefähr hundert Jahre. „Wichtig ist dabei eine wissenschaftliche Begleitung“, sagt Forscher Mathias Scholz – vor allem wegen der langen Renaturierungsphase.„Unsere Feldforschung hilft dabei, künftige Projekte zu Erfolgen zu machen“, sagt er. „Dieses Ziel erreichen wir aber nur, wenn wir lange Datenreihen zur Verfügung haben.“
Franziska Roeder / Helmholtz Perspektiven
Stand: 09.08.2013
 
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