Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Die Kostenfrage
Hemmschuh für den Biomasseboom?

Zu selten eingesetzt, technisch aufwändig und deshalb zu teuer - neben der fehlenden Marktreife vieler Anlagenkonzepte und Kraftwerkstypen sind es vor allem die Kosten, die einer intensiven Nutzung von Biomasse entgegen stehen. Der normale "Häuslebauer" etwa muss ungefähr das Doppelte für seine Holzpellet- oder Strohheizungsanlage zahlen wie die Betreiber der seit langem erprobten Gas- und Ölfeuerungen.

Auch größere Biomassekraftwerke sind zurzeit noch nicht wirtschaftlich erfolgreich. Nur durch die Subventionen und Mindesteinspeisevergütungen, die im EEG festgeschrieben sind, können sie zur Zeit - wenn überhaupt - "schwarze Zahlen" schreiben.

Herstellung von Hackschnitzeln 
Herstellung von Hackschnitzeln
© DOE/NREL
Je stärker aber Biomasse in Zukunft zur Energieerzeugung eingesetzt wird, desto mehr werden durch die Serienproduktion auch die Preise für die verschiedenen Technikelemente sinken. Das hat das Beispiel Windenergie in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Bis dahin sollen verschiedene Förderprogramme auf Staats- oder Landesebene helfen, die Anlagen zumindest halbwegs erschwinglich werden zu lassen. Die Bereitschaft großer Konzerne wie Siemens oder EnBW, in die weitere Technikentwicklung zu investieren, ist spätestens seit dem letztem Jahr vorhanden.

Verantwortlich dafür ist die neue Biomasseverordnung, die am 28. Juni 2001 in Kraft getreten ist. In ihr ist genau geregelt, welche Stoffe als Biomasse gelten, welche technischen Verfahren bei der Strom- und Wärmeproduktion zur Anwendung kommen und welche Umweltanforderungen beim Betrieb von Biomassekraftwerken erfüllt werden müssen. Die auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom Frühjahr 2000 zurückgehende Regelung hat so den Weg frei gemacht für die klimaschonende Energierzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Pflanzenabfällen oder Gülle.

Die bei einem starken Ausbau der Wärmeerzeugung durch Biomasse notwendige Erweiterung der Nah- und Fernwärmenetze jedoch ist bei der derzeitigen Kassenlage von Bund, Ländern und Kommunen, aber auch bei vielen Großkonzernen, kaum finanzierbar und wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Schon dadurch sind den Wachstumschancen für Biomasse im Moment Grenzen gesetzt.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Biomasse
Holz, Stroh und Biogas - Energielieferanten der Zukunft?
Ende des Dornröschenschlafs
Der Boom der erneuerbaren Energien und die Biomasse
Mehr als nur Holz oder Stroh...
Was ist Biomasse?
Nachhaltig und CO2-neutral...
Die Vorteile der Biomasse
Vorbild USA?
Das Potenzial für Strom und Wärme aus Biomateralien
Biomasse ist nicht gleich Biomasse
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der biogenen Brennstoffe
Dampfkreisläufe, Wärmetauscher und Cofiring
Die Anlagenkonzepte
Viel mehr als nur Gülle...
Biogas als Energielieferant
Drei Prozent des Energiebedarfs...
Technologie und Potenzial von Biogas
Die Kostenfrage
Hemmschuh für den Biomasseboom?
Die Probleme der Biomasse-Technologie
Nachschubsorgen, Ökobilanzen und Informationsmangel
Getreideheizung
Umweltfreundliche Energie oder Pervertierung der Technik?
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen