Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Leitung weg - Strom aus?
Dezentrale Netze puffern Ausfälle besser ab

Die Göttinger Forscher untersuchten weitere Aspekte, die für den Übergang von einem zentralen zu einem dezentralen Netzwerk diskutiert werden. Etwa die Frage, was passiert, wenn eine einzelne Übertragungsleitung beschädigt ist oder ausfällt. Das kann bei bestehenden Stromnetzen eine Art Domino-Effekt auslösen, wie ein europaweiter Stromausfall im November 2006 zeigte.

Diese 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung wurder abgeschaltet, um das Kreuzfahrtschiff nicht zu gefährden. 
Diese 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung wurder abgeschaltet, um das Kreuzfahrtschiff nicht zu gefährden.
© Rainer Knäpper, Lizenz: artlibre  Diese 380-kV-Ems-Freileitungskreuzung wurder abgeschaltet, um das Kreuzfahrtschiff nicht zu gefährden.
Kreuzfahrtschiff macht halb Europa stromlos
Ursache des damaligen Ausfalls war eine 380 Kilovolt-Hochspannungsleitung, die über die Ems führte. Sie wurde kurzzeitig abgeschaltet, weil ein riesiges Kreuzfahrtschiff von der Werft in Papenburg hinaus auf die Nordsee überführt wurde. Das Schiff aber war so hoch, dass man befürchtete, seine Aufbauten würden die an damals noch 84 Meter hohen Masten hängende Leitung touchieren, daher schaltete man den Strom ab. Weil sich aber die Netzbetreiber nicht gut genug abgestimmt hatten, führte dies zu einer Art Kettenreaktion, bei der in weiten Regionen Deutschlands, Frankreichs, Belgien, Österreichs, Italiens und selbst Spaniens für einige Stunden der Strom ausfiel.

Was aber passiert, wenn in einem dezentraleren Netz eine Verbindung ausgeschaltet wird oder ausfällt? Laut der Simulationen der Göttinger Wissenschaftler reagieren solche Netze wesentlich robuster auf den Ausfall einer einzelnen Leitung. Der Grund: es gibt im feinmaschigen Netz immer Leitungen in der Nachbarschaft, die die Last einer ausgefallenen Leitung übernehmen können. Anders als im grobmaschigen Netz gibt es nur wenige unverzichtbare Hauptverbindungen, deren Ausfall ein ganzes Netz lahmlegen könnte. In ihrem Modell erwiesen sich die Hauptleitungen zwischen England und Schottland als besonders brisant. Steigt aber die Zahl der dezentralen Minikraftwerke, nimmt die Zahl dieser kritischen Leitungen deutlich ab.

 Am Beispiel des britischen Stromnetzes berechneten die Forscher, was passiert, wenn einzelne Leitungen ausfallen.
Am Beispiel des britischen Stromnetzes berechneten die Forscher, was passiert, wenn einzelne Leitungen ausfallen.
© Marc Timme / MPI für Dynamik und Selbstorganisation  Am Beispiel des britischen Stromnetzes berechneten die Forscher, was passiert, wenn einzelne Leitungen ausfallen.
Sensibler bei Schwankungen auf der Verbraucherseite
Die Simulation enthüllte aber auch eine Schattenseite stark dezentralisierter Netze: Denn sie sind anfälliger gegen starke Schwankungen auf Verbraucher-Seite. Solche Schwankungen treten beispielsweise auf, wenn Millionen von Menschen gleichzeitig ihre Waschmaschinen anschalten. Große Kraftwerke können nach Angaben der Max-Planck-Forscher solche Fluktuationen besser abpuffern als kleine. Denn sie speichern in ihren rotierenden Generatoren mehr kinetische Energie, die sie bei Bedarf freisetzen können. Diese rotierenden Reserven, die beispielsweise Solarzellen komplett fehlen, kann das Netz kurzfristig anzapfen, um Schwankungen zu kompensieren.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Stromnetze
Ökostrom
Häuser als Kraftwerke
Energieeffizienz
Artikel zum Thema
Stromnetz: Dezentral im Gleichtakt
Forscher untersuchen die Stabilität künftiger Leitungsnetze
Im europäischen Takt
Warum die genau abgestimmte Frequenz so wichtig ist
Blick ins Netz der Zukunft
Simulation enthüllt verblüffende Fähigkeiten zur Selbstorganisation
Leitung weg - Strom aus?
Dezentrale Netze puffern Ausfälle besser ab
Das Braess-Paradox
Zusätzliche Leitungen können den Stromtransport behindern
Top-Diaschauen
Naturgewalten
Elektroautos
Archaeopteryx und Co.
Mars-500
Das Innere der Erde
Aktuelle Dossiers
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten
Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei