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Samstag, 20.03.2010
Ein ungleiches Paar
Die Grundel als Alarmanlage

Wer kennt sie nicht aus Jaques Costeau - Reportagen, die am frühen Nachmittag in den dritten Programmen im Fernsehen wiederholt werden: Den Krebs und die Grundel, eines der wohl bekanntesten Symbiosepärchen.

Auf den ersten Blick scheint die Beziehung der beiden nicht sehr gerecht zu sein. Der Krebs der Gattung Alpheus gräbt fleißig den ganzen Tag an einer Wohnröhre. Sand und Steinchen werden mit den Scheren umgeschichtet und vor dem Eingang der Höhle aufgeschüttet. Der Fisch (Gattung: Cryptocentrus) dagegen scheint nichts zu tun, außer die Wohnröhre des Krebses bei Bedarf mitzubenutzen.

Dieser Eindruck täuscht natürlich. Auch hier profitieren, wie bei jeder echten Symbiose, beide Partner von der Beziehung. Der Vorteil der Grundel ist offensichtlich. Bei drohender Gefahr kann sie sich in der vom Krebs gebauten Höhle in Sicherheit bringen. Zudem benutzt der Fisch oft den vom Krebs aufgeschütteten "Aussichtshügel" vor dem Eingang der Behausung als Beobachtungsstandpunkt.

Knallkrebs 
Knallkrebs
© Dr. med. Rüdiger Verhasselt
Aber auch der altruistisch anmutende Krebs geht nicht leer aus. Im Gegensatz zu anderen Krebsen befinden sich die Augen der Alpheidae nicht auf beweglichen Stielen, so dass die Sehfähigkeit der Tiere stark eingeschränkt ist. Daher hält der nahezu blinde Krebs mit den Antennen ständig Kontakt zum Symbiosepartner. Er verlässt die Wohnhöhle mit vorgestreckten Antennen. Sobald diese die Schwanzflosse der vor der Höhle postierten Grundel berühren, antwortet der Fisch mit rhythmischen Schwanzschlägen. Keine Gefahr im Verzug. Der Krebs kann die Wohnröhre getrost verlassen, hält aber außerhalb der Höhle stets mit einer der langen Antennen Kontakt zu dem wachenden Fisch.

Die Grundel wird bei nahender Gefahr nervös und zuckt mit After- und Rückenflossen. Diese Signale oder aber einen Abbruch der Kommunikation zum Fisch veranlassen den Krebs zum sofortigen Rückzug in die schützende Höhle. Ist die Gefahr akut, flüchtet auch der Fisch mit in die vom Krebs angelegte Wohnröhre. Nach Abklingen der Gefahr verlässt zuerst die Grundel die Höhle wieder, um das Terrain erneut abzusichern.

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