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Fronten, Luftmassen und Wolkenwirbel
Die Entwicklung eines Tiefs

Das Hoch über den Azoren und das Tief über Island bestimmen unser Wetter 
Das Hoch über den Azoren und das Tief über Island bestimmen unser Wetter
© MMCD New Media  Das Hoch über den Azoren und das Tief über Island bestimmen unser Wetter
Geburtsort der unbeliebten Tiefs ist die subpolare Tiefdruckrinne etwa zwischen 55° und 65° nördlicher Breite, ein Bereich, der etwas nördlich der erdumschlingenden Front zwischen wamen und kalten Luftmassen liegt. Die Hochs hingegen lösen sich meist Richtung Süden aus der Luftmassengrenze. Dazu gehört zum Beispiel das Azorenhoch mit einer mittleren Lage zwischen 25° und 35° Nord. Diese Druckgebilde sind wetterbestimmend für die mittleren Breiten. Je nachdem, wie sich die Luftmassen verschieben und wie der Wind weht, entstehen sie über den Atlantik neu und wandern dann in loser Folge über uns hinweg.

Gegen den Uhrzeigersinn
Bildet sich ein Tief, ist dies schon früh aus dem All erkennbar: Ein riesiger, kommaförmiger Wolkenwirbel bildet sich und nimmt immer mehr an Größe zu. Gleichzeitig beginnt er sich gegen den Uhrzeigersinn zu drehen, langsam zwar, aber deutlich sichtbar. Der Luftdruck in seinem Inneren sinkt. In einigen Fällen begnügt sich das Tief damit nicht und wird zum Sturmtief. Dann saugt es noch mehr kalte Luft an und die Luftmassen strömen immer schneller, die Windgeschwindigkeiten nehmen zu. Auf mehr als tausend Kilometer kann ein solcher Tiefdruckwirbel anwachsen.

 Sturmtief Ulli über Schottland im Januar 2012
Sturmtief Ulli über Schottland im Januar 2012
© NASA  Sturmtief Ulli über Schottland im Januar 2012
Und jetzt beginnt das Tief zu wandern: Manchmal buchstäblich im Sturmschritt rasen die wirbelnden Luftmassen Richtung Osten, Richtung Mitteuropa. Für die schnellsten unter ihnen ist die Strecke Paris-Moskau gerade mal eine Tagesreise. Die normalen Tiefs lassen sich allerdings meist mehrere Tage Zeit für ihre Wanderung.

In den gewaltigen Tiefdruckwirbeln kreisen nach wie vor Luftmassen mit warmer und kalter Luft. Die Grenzen zwischen ihnen bilden zwei Fronten, eine Kalt- und eine Warmfront. Sie wandern im Laufe der Zeit um das Zentrum des Tiefs herum. Daher kommen sie, wenn das Tief bei uns ankommt, nicht immer genau aus dem Westen. Stattdessen können sie je nachdem wie die Fronten gerade stehen, scheinbar aus ganz unterschiedlichen Richtungen eintreffen. Auch hohe Berge und andere Landschaftsformen beeinflussen den Verlauf der Fronten.

Auch Tiefs werden alt
Auf dem Weg nach Osten verändert sich das Tiefdruckgebiet weiter: Es reift. Im Laufe dieses Reifungsprozesses nähert sich die von hinten in den Wirbel einströmende kältere, dichtere Luft aus dem Norden immer mehr der leichtere Warmluft an der Vorderseite des Tiefs. Sie schiebt sich darunter und hebt die Warmluft an. Die anfangs noch säuberlich getrennten und einander fast gegenüberliegenden Fronten, Kalt- und Warmfront, nähern sich im Tiefdruckwirbel immer weiter an.

Frontenkarte und Isobaren eines  
Frontenkarte und Isobaren eines "alten" Tiefs mit einer Okklusionsfront
© Michael Billington / gemeinfrei  Frontenkarte und Isobaren eines
Das Tief wird endgültig "alt", wenn die schneller vorankommende Rückseiten-Kaltluft den zwischen den Fronten liegenden Warmluftbereich komplett angehoben hat. Wie ein Reißverschluss, der von der Mitte des Wirbels aus zugezogen wird, verschmelzen die beiden Fronten des Tiefs miteinander. Diese verschmolzene Front bezeichnet man als Okklusion. Je nachdem, welche Front sich durchsetzt, ähnelt das Wetter beim Durchzug einer solchen Okklusionsfront eher der Kalt- oder aber der Warmfront.

Denn ein Tiefdruckgebiet bringt nicht nur einfach gleichförmig "schlechtes Wetter". Es bringt gleich eine ganze Handvoll unterschiedlicher Wetterphänomene mit.

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