Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Vom Wald zum Acker
Bedeutung der Landnutzung für den Kohlenstoff im Boden

Der Mensch ist heute ein großer Einflussfaktor für den Boden und seinen Kohlenstoffhaushalt. Denn
über die Auswahl der Pflanzen, durch Düngung und Bodenbearbeitung prägt er einerseits die Lebensbedingungen der Bodenmikroben. Das wiederum beinflusst, wie viel organisches Material diese zersetzen und als CO2 freigeben. Andererseits aber bestimmt die Landnutzung auch, wie viel Kohlenstoff über die Biomasse in den Boden hineingelangt.

Ackerbau 
Ackerbau
© IMSI MAsterClips
Werden beispieIweise Wäldern und Wiesen zu Äckern umgewandelt oder Feuchtgebiete entwässert und als Weide- oder Ackerfläche genutzt, geben diese Böden mehr Teibhausgas CO2 an die Atmosphäre ab. Gleichzeitig sinkt der Gehalt des in ihnen gespeicherten Kohlenstoffs. Wie genau sich unterschiedliche Bewirtschaftungsformen und Artengemeinschaften von Wald- und Grünlandstandorten auf die Kohlenstoffspeicherung im Boden auswirken, untersuchen die Forscher des Jenaer MPI zurzeit im Rahmen von zwei großen deutschen Experimenten (Biodiversitäts-Exploratorien und The Jena Experiment). Neben dem Einfluss von Vegetation und Düngung ermitteln sie dabei auch die Rolle der Bodenorganismen für Umsetzungsprozesse.

Äcker geben mehr CO2 ab als sie aufnehmen
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen bereits, dass Wälder, Wiesen und Weiden in Europa derzeit Kohlenstoffsenken darstellen. Sie nehmen mehr Kohlenstoff auf als sie abgeben. Ackerstandorte und Moore hingegen sind schwache Quellen - sie geben etwas mehr CO2 ab als sie aufnehmen. Diese Ergebnisse basieren auf Messungen des Gas-Austauschs zwischen Ökosystemen und der Atmosphäre sowie auf Modellrechnungen.

Der direkte Nachweis der Änderungen in den Bodenvorräten und in der Biomasse steht allerdings noch aus. Die hohe räumliche Variabilität der Bodeneigenschaften, die von der Oberfläche nicht einfach sicht- und messbar ist, erschwert die direkten Untersuchungen. Um dennoch die kleinen Änderungen in den großen vorhandenen Vorräten nachweisen zu können, müssen sehr große Probenzahlen über einen längeren Zeitraum von zehn oder mehr Jahren untersucht werden.

 Probenentnahme und Probenorte
Probenentnahme und Probenorte
© MPI für Biogeochemie  Probenentnahme und Probenorte
Europaweite Inventur des Bodenkohlenstoffs
Im Jahr 2004 wurde im Rahmen des EU-Projekts CarboEurope an zwölf europäischen (FLUXNET-) Standorten unterschiedlicher Landnutzung eine umfangreiche Erstinventur der Bodenkohlenstoffgehalte durchgeführt. Dafür entnahmen die Forscher an 100 Stellen pro Standort Proben aus den oberen 60 Zentimetern Tiefe des Bodens und bestimmten darin den Gehalt an organischem Kohlenstoff. Diese Messungen wiederholten sie mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten.

Das Ergebnis: Wie schnell eine veränderte Landnutzung sich auf den Kohlenstoffhaushalt des Bodens auswirkt, ist sehr unterschiedlich. Es hängt unter anderem von der Variationsbreite inerhalb des Bodens ab: Bei Ackerland stellten die Forscher nur vergleichsweise geringe Differenzen im Gehalt an organischem Kohlenstoff zwischen ihren 100 Probenstellen fest. Deutlich größer war dagegen die Variationsbreite bei Wiesen und Wäldern. "Insgesamt deuten die allgemeinen Trends darauf hin, dass Veränderungen sich etwa zwei bis 15 Jahre später nachweisen lassen", schreiben Marion Schrumpf und ihre Kollegen. Derzeit werden diese Flächen daher nach und nach wiederbeprobt, um genauere Ergebnisse zu bekommen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Boden als Kohlenstoffspeicher
Moore
Wald
Klimawandel in Deutschland
Klimaforschung
Artikel zum Thema
Kohlenstoffspeicher Boden
Wie die dünne Haut der Erde globale Stoffkreisläufe und das Klima beeinflusst
Organisches rein und CO2 raus
Was passiert mit dem Kohlenstoff im Boden?
Der Weg der Isotope
Markierung zeigt den Beitrag der Pflanzen am Bodenkohlenstoff
Atombombentests verraten Kohlenstoffalter
14C-Messung als Hilfsmittel der Bodenforscher
Fatale Rückkopplung
Klimawandel heizt Böden ein und verstärkt die Freisetzug von CO2
Vom Wald zum Acker
Bedeutung der Landnutzung für den Kohlenstoff im Boden
Top-Diaschauen
Naturgewalten
Elektroautos
Archaeopteryx und Co.
Mars-500
Steinzeit-Astronomie
Aktuelle Dossiers
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten
Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei