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Freitag, 10.02.2012
Die frühen Entdeckungen
Von der Antike bis zur kleinen Eiszeit

"..ein Land, in dem um Mitternacht die Sonne scheint, umgeben von Meeren, die im Winter erstarrt sind." - die ersten Berichte über die Arktis stammen bereits aus der Antike. Einer der Ersten, der sich auf den Weg in den hohen Norden macht, ist dabei der griechische Geograf Pytheas von Massilia.

Treibeis 
Treibeis
© NOAA
Um 320 vor Christi Geburt bereist er zu Handelszwecken Nordeuropa und die Britischen Inseln. Die Sagen und Überlieferungen der Einheimischen bringen ihn dort eher zufällig auf die Spur der Arktis. Neugierig geworden, macht er sich auf den abenteuerlichen Weg polwärts in die bis dahin noch unerforschten Gebiete. Mit seinem Segelschiff gelangt er schließlich bis zum Polarkreis und macht erste Beobachtungen zur Mitternachstssonne und dem Packeis.

Der nächste, der in unbekannte arktische Gefilde vorstößt, ist der norwegische Häuptling und Seefahrer Ottar aus Malangen im Bezirk Troms. Um 870 nach Christus segelt er von Skandinavien aus in östlicher Richtung die Küste entlang bis er nördlich des heutigen Archangelsk auf das Weiße Meer trifft.

Doch nicht nur nach Osten machen sich Entdecker auf, auch nach Nordwesten richtet sich ihr Blick. Irische Mönche lassen sich als erste auf Island nieder, schon bald folgen Ende des 9. Jahrhunderts die Wikinger unter Ingolf Arnesson, die die Insel schließlich innerhalb von 60 Jahren komplett besiedeln.

Langsam, aber sicher geht es immer weiter polwärts. Erik Raude, einer der frühen norwegischen Pioniere auf Island, entdeckt und erforscht Grönland, wo das Klima um 1.000 nach Christus viel freundlicher und wärmer ist als heute. Innerhalb Inuitkürzester Zeit entstehen vor allem im fruchtbaren Südwesten der Insel größere Kolonien, die regelmäßig per Schiff von Norwegen aus angelaufen werden, um Handel zu treiben. Die Wikinger treffen dort auch auf die Ureinwohner Grönlands, die Inuit, deren Vorfahren bereits 3.000 Jahre früher die Arktis erobert haben und perfekt an das Leben dort angepasst sind.

Leif Eriksson, der Sohn von Erik Raude, hat den Entdeckergeist des Vaters geerbt. Seine zahlreichen Expeditionen führen ihn die Küsten Nordamerikas entlang. Baffinland, Labrador ziehen an ihm vorbei bis er schließlich das Vinland der Sagas, das heutige Neufundland erreicht und so zum eigentlichen Entdecker Amerikas wird.

Und noch eine wichtige geographische Eroberung machen die Nordmänner nur kurze Zeit später, dies Mal jedoch unmittelbar nördlich von Skandinavien. "Svalbardi entdeckt" melden die Isländischen Annalen 1194 kurz und trocken. Das "Land mit der Kalten Küste", die Inselgruppe Spitzbergen, ist erreicht. Weiter ist bis dahin noch kein Europäer Richtung Norden vorgedrungen. Obwohl auch in den nächsten Jahrhunderten immer wieder Entdecker und Seefahrer in nördliche Gefilde vorstoßen, geht das Wissen über viele dieser frühen geografischen Entdeckungen mit der Zeit wieder verloren.

Ein Grund für den weniger stark ausgeprägten Forschungsdrang Richtung Norden ist sicher die Klimaverschlechterung, die ab 1400 nach Christus einsetzt. Die kleine Eiszeit, die bis 1880 herrscht, ist auch dafür verantwortlich, dass die Wikinger ihre grönländischen Kolonien aufgeben müssen.

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