Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Mittwoch, 22.02.2012
Korrosionsschutz durch Selbstheilungsprozesse
Von der Grundlagenforschung zur praktischen Anwendung

Die zweite Strategie der Forscher vom Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) für eine intelligente Freisetzung von Wirkstoffen geht von der Zinkschicht aus. Aus dieser Schicht kann nichts freigesetzt werden, es sei denn, sie korrodiert. Damit ist die Zinkschicht die „erste Wahl“ für besonders reaktive und empfindliche Substanzen, die sicher gespeichert werden sollen.

 Wasserglas verschließt die Poren
Wasserglas verschließt die Poren
© Rubin  Wasserglas verschließt die Poren
Ein Partikel als Schwamm
Das Konzept der Werkstoffforscher: Sie „bauen“ mikroporöse Siliziumoxid-Partikel, die vom Zink nicht reduziert werden, in die Zinkschicht ein. Die Partikel lassen sich wie ein Schwamm mit verschiedenen Wirkstoffen beladen.

Nach Synthese und Beladung der Partikel muss der Inhalt sicher verkapselt werden. Dafür fand Dr. Michael Rohwerder ein ganz einfaches und doch perfektes Mittel: eine kurze Spülung der beladenen Partikel in einer Wasserglas-Lösung. Ein Prozess, der nur wenige Sekunden dauert, sodass die Wirkstoffe nicht ausgewaschen werden.

Wasserglas verschließt die Poren
Wasserglas bildet eine Siliziumoxid-ähnliche Schicht um die Partikel und verschließt die Poren. Da Siliziumoxid im alkalischen Milieu der Stahloberfläche instabil ist, zerfällt es dort im Defekt und setzt die Selbstheilungsprozesse in Gang. Da der Einbau in die Zinkschicht unter sauren pH-Werten erfolgt, bleibt Siliziumdioxid hier stabil.

Siliziumdioxid-Partikel auf einer Zinkschicht 
Siliziumdioxid-Partikel auf einer Zinkschicht
© Rubin  Siliziumdioxid-Partikel auf einer Zinkschicht
Der Einbau der Siliziumdioxid-Partikel in die Zinkschicht war für die Forscher lange Zeit das größte Hindernis bei diesem Projekt. Erst die Modifikation der Siliziumpartikel mit Thiol-Gruppen, die mit dem Zink starke Bindungen eingehen, stellt einen Durchbruch dar für diese Strategie.

Die Forscher sind davon überzeugt, dass das interessante Konzept „Korrosionsschutz durch Selbstheilungsprozesse“ den Sprung aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung schaffen kann.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Korrosion
Nanopartikel
Leichtbau
Neuer Stahl
Smart Plastics
Hightech
Nanotechnologie
Artikel zum Thema
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Korrosion als Milliardengrab
Forscher wollen Schutz von Werkstoffen optimieren
Auf der Suche nach intelligenten Beschichtungssystemen
Wirkstoffe dürfen nur bei Bedarf freigesetzt werden
Kapseln statt Partikel
Neue Konzepte für besseren Korrosionsschutz
Korrosionsschutz durch Selbstheilungsprozesse
Von der Grundlagenforschung zur praktischen Anwendung
Top-Diaschauen
Sturmflut in Hamburg
Faultiere
Quallen
Lake Wostok
Überleben im Winter
Aktuelle Dossiers
Wie eine lebende Haut
Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts