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Freitag, 10.02.2012
Anpassen statt Verdrängen
Was kann (muss) getan werden?

Unabhängig davon, ob und welche die Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden, ist die Landwirtschaft schon jetzt Hauptleidtragende des sich abzeichnenden Klimawandels. Von einer noch weiter zunehmenden Hitze und Trockenheit, aber auch von Hagel und Unwetterereignissen wäre sie unmittelbar betroffen. Schon jetzt beginnen die ersten Obstbauern in Süddeutschland, auf wärmetolerantere Obstsorten umzusteigen, weil ihre traditionellen, an das Klima nördlich der Alpen angepassten Varianten wegen der zunehmenden Hitze immer weniger Erträge bringen.

Ackerbau 
Ackerbau
© IMSI MAsterClips
Im Ackerbau bemängeln Befürworter des Ökolandbaus ohnehin, dass "überall Weizen, Gerste, Raps und Mais angebaut wird - egal, ob der Boden es hergibt oder nicht." Inzwischen plädieren nicht nur Klimaforscher wie Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) dafür, sich bei der Auswahl der Pflanzen stärker nach den regionalen klimatischen Bedingungen und den Böden zu richten, anstatt nur nach der Vergabe der EU-Subventionen.

Für das von Trockenheit bedrohte Brandenburg gibt es hier bereits konkrete Vorschläge und Initiativen: Mit bislang 50 Millionen Euro unterstützt die Landesregierung hier Projekte, die beispielsweise den Wasserrückhalt in der Landwirtschaft verbessern sollen. Bisher trägt die großflächige Entwässerung der Anbaugebiete durch Drainagen und Gräben zum Austrocknen der Böden bei, Stauanlagen und eine regional angetastete Bewirtschaftung soll dies nun ändern. Ähnliches gilt auch für die Forstwirtschaft: Statt der bislang dominierenden Kiefernmonokulturen will Brandenburg zukünftig mehr Mischwald anpflanzen. Dieser ist nicht nur weniger waldbrandanfällig, sondern wirkt auch effektiver als Feuchtigkeitspuffer und fördert die Grundwasserneubildung.

An ein - zumindest periodisch auftretendes - Zuviel des Wassers werden sich dagegen nach den Einschätzungen der Klimaforscher die Anrainer der Flusssysteme gewöhnen müssen. Die Überschwemmungen der letzten Jahre, vor allem die Oderflut 1997 und die Elbeflut 2002, haben gezeigt, dass schon unter heutigen Bedingungen der bisherige Hochwasserschutz nur unzureichend funktioniert. Deichrückbauungen, Auenrenaturierungen und Siedlungsverbote an gefährdeten Uferbereichen könnten in Zukunft daher noch wichtiger werden als zur Zeit ohnehin schon.

Und auch die Deichplaner der deutschen Küsten kalkulieren mittlerweile einen Anstieg des Meeresspiegels in ihre Berechnungen mit ein: Mindestens 30 Zentimeter Sicherheitsreserve geben sie zu, um einen möglichen Anstieg in den nächsten Jahren und Jahrzehnten abhalten zu können. Längst gehören Studien über die Schadenspotenziale überflutungsgefährdeter küstennaher Gebiete nicht mehr nur zum Standardrepertoire von Versicherungsgesellschaften wie der Münchener Rück. Immer häufiger werden sie auch von Ministerien und Behörden in Auftrag gegeben, um den Küstenschutz vor dem Hintergrund des Klimawandels besser organisieren und planen zu können.

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