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Freitag, 10.02.2012
Vom Ozean auf´s Festland
Vom DSDP zum KTB

Das Deep Sea Drilling Project (DSDP) hatte es also ans Tageslicht gebracht und damit unser Weltbild von der "festen Erde" endgültig über den Haufen geworfen: Während die ozeanischen Platten einem kontinuierlichen Erneuerungsprozeß unterworfen sind, wandern die Kontinentalplatten seit Urzeiten auf der zäh-heißen Asthenosphäre um das Erdinnere.

Aber auch die Kontinentalplatten verändern sich ständig. Mit ihnen driftend verschmelzen Festlandschollen zu größeren Erdteilen und werden auch wieder geteilt, wenn in einem Kontinent ein neuer Ozean entsteht. Kollidieren sie, türmen sich die Krusten an den Rändern in Jahrmillionen zu gewaltigen Gebirgen auf, die durch allmähliche Erosion in weiteren Jahrmillionen wieder abgetragen und zu Staub werden.

Das so erfolgreiche DSDP lief 1984 aus, wurde aber noch im selben Jahr durch das "Ocean Drilling Programm" (ODP) mit verbesserter Technologie fortgesetzt und ausgeweitet. Vor allem die internationale Zusammenarbeit wurde forciert. Die revolutionären Erkenntnisse des DSDP brachten die Geowissenschaftler aber bereits Ende der 70er Jahre weltweit wieder verstärkt dazu, sich auch mit ganz neuen Fragen und Konzepten der Erforschung der kontinentalen Lithosphäre zu widmen. Die Antworten zu Aspekten der "Mutter Erde", die weiter als 200 000 Millionen Jahre zurücklagen, konnten sie nur in der alten Kruste der kontinentalen Platten finden.

In allen großen Industrienationen begann die systematische Erkundung des tieferen Untergrundes mit geophysikalischen Methoden, wie etwa der Seismik. Parallel dazu erfolgte die Planung und der Beginn nationaler kontinentaler Bohrprogramme, die seit 1980 im "International Lithosphere Programm" (ILP) in einer internationalen Zusammenarbeit verflechtet sind.

Deutschland leistete zu dieser länderübergreifenden Kooperation einen wesentlichen Beitrag. Das "Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland" (KTB) sollte zum bis dato aufwendigsten, aber auch wissenschaftlich ertragreichsten Projekt in der Geschichte der deutschen Geowissenschaften werden.

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