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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Tiefbohrungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Bohrungen auf dem Festland mit stationären Bohrtürmen oder Bohrungen von Schiffen auf dem Wasser der Weltmeere.


  • Die Krusten unter den Ozeanen sind im Vergleich mit der ältesten kontinentalen Kruste sehr junge Gebilde. Während die kontinentale Kruste bis zu 3,5 Milliarden Jahre alt ist, bringt es der Boden der Weltmeere "gerademal" auf 200 Millionen Jahre.


  • Während die ozeanischen Platten einem kontinuierlichen Erneuerungsprozeß unterworfen sind, wandern die Kontinentalplatten seit Urzeiten auf der zäh-heißen Asthenosphäre um das Erdinnere.


  • 1981 begannen die Vorarbeiten zum "Kontinentalen Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland" (KTB). In der Oberpfalz wurde ein geologisch interessanter Bereich für die Bohrung ausgewählt: Vor etwa 350 bis 320 Millionen Jahren kollidierten hier zwei Kontinente und bildeten zahlreiche Verwerfungen.


  • Um das "senkrechteste" tiefe Loch der Welt zu bohren, verwendeten die Bohrfachleute extra für dieses Großvorhaben entwickelte Vertikalbohrsysteme, die das Bohrwerkzeug automatisch entgegen den im Grundgebirge besonders starken Ablenkkräften im Lot halten.


  • Das Ergebnis: Zum ersten Mal konnte die Gebirgsspannungen in einem Profil von der Erdoberfläche bis in über 9000 Meter Tiefe gemessen werden.


  • Statt erst in 12 bis 14 Kilometern den anvisierten Temperaturbereich von 250 bis 300 Grad Celsius zu erreichen, war es bereits ab 9000 Metern so heiß, daß das Gestein plastisch zu werden begann. Diese Entdeckung wirft die Frage auf, ob nicht mancherorts jenseits der bisher untersuchten relativ geringen Tiefen weitaus mehr Erdwärme zur Nutzung zur Verfügung steht, als bisher angenommen.


  • Pionierarbeit in der Tiefenbohrung im Grundgebirge hatten sowjetische Wissenschaftler und Ingenieure bei Murmansk auf der Halbinsel Kola geleistet. Sie stießen bis in 12260 Meter vor - das tiefste Loch der Welt.

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