• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 24.11.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Patient Mono Lake

Wasserentnahmen bringen Natur in Gefahr

Trotz des extrem salzigen und alkalischen Milieus ist der Mono Lake seit jeher nicht nur mit Mikroben wie GFAJ-1 bevölkert, hier leben beispielsweise auch große Mengen an Cyanobakterien, Salzkrebschen sowie ungewöhnliche Alkali-Fliegen.

Letztere charakterisierte schon der Schriftsteller Mark Twain in seiner Reisebeschreibung „Roughing It“ wie folgt: „Man kann sie unter Wasser halten so lange man will – das macht ihnen nichts aus -, das erfüllt sie nur mit Stolz. Wenn man sie loslässt, ‚poppen‘ sie so trocken wie ein Patentamtsbericht nach oben zur Wasseroberfläche zurück und verschwinden so unbekümmert, als wären sie darauf gedrillt, dem Menschen diese spezielle Form von lehrreicher Unterhaltung zu bieten.“ Möglich macht dieses Phänomen eine dünne Luftschicht, die von winzigen Haren am Köper der Insekten festgehalten wird.

Möwen am Mono Lake

Leckerer Snack für Vögel


Fliegen, Krebse und Cyanobakterien dienen als üppiger und leicht zu fangender „Snack“ für Millionen Vögel, die am Mono Lake Station machen oder sogar brüten. Unzählige Kalifornienmöwen gehören genauso dazu wie Amerikanische Säbelschnäbler, Regenpfeifer, Drosseluferläufer, Schwarzhalstaucher, Wilson-Wassertreter oder Odinshühnchen.

Das Schrumpfen des Mono Lake infolge der menschlichen Eingriffe in den Wasserhaushalt der Region brachte jedoch viele dieser Arten in ernsthafte Schwierigkeiten. So verlor beispielsweise die Kalifornienmöwe innerhalb weniger Jahre einen Großteil ihrer sicheren Nistplätze auf einer Insel im See. Denn durch den sinkenden Wasserspiegel konnten Räuber wie Kojoten oder Waschbären plötzlich trockenen Fußes die Brutstätten erreichen und plündern. Zahlreiche Frisch- oder Brackwasser-Lebensräume wie Marsch- und Sumpfgebiete gingen sogar ganz verloren.

Rettung für den Mono Lake?


Heute jedoch ist der Mono Lake auf dem Weg der Besserung. Das liegt unter anderem daran, dass Kaliforniens oberste Wasserwächter – das California State Water Resources Control Board (SWRCB) – im Jahr 1994 das Wasserabzapfen aus den Creeks begrenzten und Mindestmengen an Zuflüssen für den See festlegten. Seitdem ist der Wasserspiegel des Mono Lakes bereits wieder um mehrere Meter gestiegen.

Dies wirkte sich nachhaltig auf die Salzkonzentration im See aus, die aktuell nur noch bei rund 79 Gramm pro Liter liegt. Bis alle Vorgaben des SWRCB für den Mono Lake erreicht sind und sich auch die Ökosysteme wieder vollständig erholt haben kann es aber wohl noch 20 Jahre dauern – mindestens.

Salzseen in Gefahr


Der Mono Lake in Kalifornien ist jedoch kein Einzelfall. In vielen Regionen der Erde sind Salzseen und vor allem ihre exotischen Lebensräume in Gefahr. Dies zeigt ein Blick nach Afrika…
Dieter Lohmann
Stand: 11.02.2011
 
Printer IconShare Icon