Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Wenn Männer ihre „Regel“ haben
Was die Urinproben der Astronauten verraten

Ein sehr überraschendes, fast schon skurriles Ergebnis zeigte ein anderer medizinischer Test, durchgeführt während der 105-Tages-Isolationstudie, die der jetzigen voranging. Die Auswertung der täglichen Urinproben enthüllte periodische Schwankungen im Hormonhaushalt der Besatzung. So variierte beispielsweise die Konzentration des Geschlechtshormon Aldosteron im Blut alle 28 Tage. Offenbar besitzen demnach auch Männer einen hormonellen Zyklus - eine „männliche Regel“.

 Neben den täglichen Urinproben gehört auch das regelmäßige Blutabnehmen zu den wenig beliebten Pflichten
Neben den täglichen Urinproben gehört auch das regelmäßige Blutabnehmen zu den wenig beliebten Pflichten
© IBMP  Neben den täglichen Urinproben gehört auch das regelmäßige Blutabnehmen zu den wenig beliebten Pflichten
Hormonpegel schwankt auch bei Männern
„Diesen Rhythmus hat man noch niemals zuvor beobachtet“, erklärt Jens Titze von der Universität Erlangen-Nürnberg in einem Interview im „Spiegel“. „Bisher ging man davon aus, dass der Hormonspiegel bei Männern eher konstant bleibt.“ Während der jetzt laufenden 520-Tages-Isolation wollen die Forscher diesem Phänomen nun noch genauer auf den Grund gehen.

Die Entdeckung der „Regel“ kam unerwartet, gesucht hatten die Mediziner danach nicht. Eigentlich sollten ihre Analysen der Urinproben vor allem Aufschluss darüber geben, wie sich eine salzarme Ernährung auf den Stoffwechsel der Astronauten auswirkt. Deren Isolation und ihre zu hundert Prozent kontrollierbare Nahrungsaufnahme liefern den Medizinern einzigartige Chancen, den umstrittenen Einfluss des Salzes auf unseren Blutdruck zu untersuchen. Schon der 105-tägige Vorversuch ergab eine überraschend deutliche Senkung des Blutdrucks, als vier der Probanden salzarme Kost erhielten.

Eine Tagesration Essen für ein Crewmitglied 
Eine Tagesration Essen für ein Crewmitglied
© ESA  Eine Tagesration Essen für ein Crewmitglied
Ausschleichen aus dem Salzüberfluss
„Wir werden bei der 520-tägigen Simulation, ohne dass die Probanden es wissen, über Monate die Kochsalz-Zufuhr von zuerst zwölf Gramm auf neun und schließlich auf sechs Gramm täglich reduzieren“, erklärt Titze. Die Wissenschaftler mussten dafür die gesamte Verpflegung der Besatzung – insgesamt 15.000 Mahlzeiten – entsprechend herstellen lassen. Merken wird die Crew nach Einschätzung des Forschers von dieser Manipulation jedoch nichts. Denn reduziert wurden vor allem die Salze, die nicht unmittelbar für den Salzgeschmack verantwortlich sind. Das Ergebnis der Studie soll in diesem Fall weniger den zukünftigen Weltraumflug vorbereiten, als vielmehr handfeste Hilfe und Besserung für Patienten hier auf der Erde bringen.

Entscheidende Erkenntnisse für echte Missionen
Diese Tests und Versuche sind nur einige der zahlreichen Experimente, die die Mars-500 Besatzung im Laufe ihrer Reise absolviert. So werden neben den fast schon klassischen Versuchen zur Erhaltung der Muskelstärke und Knochenstabilität auch die Auswirkungen der Isolation auf die kognitiven Leistungen, die Wachsamkeit, auf das Immunsystem oder die Reaktionsgeschwindigkeit untersucht.

 Zukünftige Mars-Astronauten profitieren von den Mars-500 Erfahrungen
Zukünftige Mars-Astronauten profitieren von den Mars-500 Erfahrungen
© NASA  Zukünftige Mars-Astronauten profitieren von den Mars-500 Erfahrungen
Alle diese Experimente und die dabei gewonnenen Erfahrungen, ob medizinisch, technisch oder psychologisch, sind der Grund, warum Mars-500 mehr ist als nur ein „Big Brother“ im Extremformat. Zwar beobachten auch hier Kameras nahezu jeden Schritt der „Kandidaten“, müssen diese auch hier vorgegebene Aufgaben erfüllen und sich zusätzlich sozial bewähren.

Doch was bei Mars-500 ausprobiert, getestet und gelernt wurde, könnte eines Tages den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten, zwischen Wiederkehr und Scheitern. Dann nämlich, wenn sich doch einmal echte Astronauten auf den langen Weg zum Roten Planeten machen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Mars-500
Rückkehr zum Mond
Mars-Erkundung
Der Rote Planet
Weltraumschrott
Facts
Mars-500 im Überblick
Besatzung und Ablauf der Mission
Artikel zum Thema
Mars-500: Im „Container“ zum Roten Planeten
520 Tage Trockenübung für Langzeitmissionen im Weltraum
Marsmission ohne Mars
Was ist Mars-500?
Alltag im „Container“
Ein normaler Tag im Leben eines Mars-500 Astronauten
Der große Blackout
Ein Stromausfall als Psycho-Test
Stressfaktor Mitmensch
Die „menschliche Komponente“ bei Langzeitmissionen
Die Sache mit den Frauen…
Gemischte oder rein männliche Crews?
Mit Defibrillator und iPod-Touch
Notfalltraining und kognitive Tests im Mars-500 Container
Wenn Männer ihre „Regel“ haben
Was die Urinproben der Astronauten verraten
und mehr...
Links zum Thema
Mars-500 im Internet
Top-Diaschauen
Dunkle Materie
Smart Plastics
Planeten
Tiefseegräben
Rätselhafter Merkur
Aktuelle Dossiers
Die Molekül-Sortierer
Neue Formen des Recyclings für den Rohstoff-Bedarf von morgen
Schimpansen - der Film und die Realität
Ein Blick auf Forschung und Forscher hinter dem Disney-Naturfilm
Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen
HPV: Impfung gegen Krebs
Was bringt die Schutzimpfung gegen das Humane Papillomavirus?
Grüne Gentechnik
Von den Kartoffeln der Inkas zum Gen-Soja
Vögel, die auf Städte fliegen
Wie passen sich Amsel, Meise und Co. an das urbane Leben an?
Die große Flut
Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer
Stadt, Land, Leere
Der demografische Wandel und die Folgen
Nanopartikel
Die unsichtbaren Helfer und ihre Schattenseiten
Mehr als nur Fisch…
Die Rolle von Hering und Co. im Ökosystem Ozean - und die Folgen der Fischerei