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Montag, 21.05.2012
Zwischen Recht und Moral
Der weite Weg zum Konsens

Im zweiten Teil seiner Arbeit will der junge Forscher zunächst die unterschiedlichen umweltrechtlich relevanten rechtlichen und nicht-rechtlichen Handlungsformen suchen, die sich global anwenden lassen. „Die Palette reicht dabei von einem multilateralen völkerrechtlichen Vertrag über unilaterales Vorgehen bis zu einem kompletten Verbot von Geo-Engineering- Maßnahmen“, erklärt er. „Danach schaue ich, welche als Rechtsinstrumente zu Climate Engineering passen könnten, wie sie ausgeformt sein müssten und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.“

Internationale Klimaverhandlungen, hier auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen. 
Internationale Klimaverhandlungen, hier auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen.
© The White House  Internationale Klimaverhandlungen, hier auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen.
Verbindlicher Vertrag oder Protokoll nötig
Wünschenswert wäre aus völkerrechtlicher Perspektive sicherlich ein verbindlicher Vertrag der Staaten, ebenso ein Nachfolgeabkommen zum Kyotoprotokoll für die gemeinsamen Bemühungen zur Kohlendioxid- Reduktion. Dass dies während der Klimaverhandlungen in Kopenhagen noch nicht gelungen sei, zeige aber deutlich die Schwierigkeit, in der Staatengemeinschaft einen Konsens herzustellen. „Angesichts der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen der Klimamanipulationen, die überdies regional sehr unterschiedlich ausfallen können, dürfte dies für die Techniken des Climate Engineering kaum einfacher laufen“, vermutet Reichwein.

Frage der Ethik und Moral müssen andere klären
Der Forscher sieht seine Aufgabe jedoch nicht darin, zu klären, ob man solche Klimamanipulationen überhaupt erlauben sollte: „Das fällt ebenso wenig in eine völkerrechtliche Beurteilung wie eine moralische Bewertung solcher Eingriffe.“ Vielmehr wollen er und seine Kollegen dazu beitragen, dass zukünftig solche Diskussionen und Entscheidungen über mögliche Maßnahmen auf rechtlich gesichertem Grund geführt werden können. Schließlich könnte es ja sein, dass die Maßnahmen zur Kohlendioxid-Reduktion nicht ausreichen.

„In diesem Fall brauchen die Klimaschützer einen Plan B. Und vielleicht kann ich ja als kleines Rädchen durch meine Arbeit zu einem Teil dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten“,
sagt David Reichwein.

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