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Montag, 21.05.2012
Wettlauf um die erste Ökostadt der Welt
Masdar City verliert Konkurrenten

Neben vielen bereits geknüpften internationalen Kontakten und zahlreichen Kooperationen zwischen Abu Dhabi und dem Rest der Welt, scheint mindestens noch ein weiterer Aspekt die Fertigstellung von Masdar City zu garantieren: IRENA. Dabei handelt es sich um die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien, deren Hauptsitz im Jahr 2009 in die entstehende Ökostadt vergeben wurde.

 Skyline von Abu Dhabi
Skyline von Abu Dhabi
© Rüdiger Meier / GFDL  Skyline von Abu Dhabi
Gute Chancen für Masdar City
Nach Angaben von Spiegel Online hat sich Abu Dhabi dabei finanziell ordentlich ins Zeug gelegt und sowohl die Startkosten von 136 Millionen U.S Dollar übernommen, als auch jährliche Förderungen in Höhe von 50 Millionen Dollar zugesagt. Sollten die Scheichs und Sultane Masdar City irgendwann auf Eis legen, hätte dies – nach all diesen Vorarbeiten und Investitionen - einen fatalen Imageschaden für Abu Dhabi zur Folge.

Fazit: Im Moment spricht vieles dafür, dass Masdar City tatsächlich Realität wird, vielleicht in abgespeckter Form und mit weiteren zeitlichen Verzögerungen, aber immerhin.

Fehlschlag Dongtan
Wie schnell manchmal jedoch Visionen begraben werden, hat ein anderes Städtebau-Projekt gezeigt, das sich lange Zeit einen erbitterten Wettlauf mit Masdar City um den Titel „erste Ökostadt der Welt“ lieferte.

Aus der Taufe gehoben wurde es nicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sondern viele tausend Kilometer entfernt im Reich der Mitte. Präziser gesagt in der Nähe von Schanghai in China. Dort sollte auf der Insel Chongming eine Öko-Siedlung mit dem Namen Dongtan entstehen. Ebenfalls von Erneuerbaren Energien mit Strom versorgt, autofrei und mit dem Stempel „wassersparend“ versehen.

Zur Expo 2010 in Shanghai sollte die erste Ausbaustufe mit 25.000 Einwohnern als eines der Vorzeigeprojekte der Weltausstellung fertig sein - eigentlich. Doch ein Jahr vorher war das Projektbüro in Shanghai geschlossen und jeder Hinweis auf Dongtan von der Expo-Seite verschwunden. Die Ökosiedlung ist wohl Geschichte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als der Versuch sich ein grünes Image geben. „Greenwashing“ nennt man das im Englischen.

Hotel in Masdar 
Hotel in Masdar
© LAVA / attelier illume   Hotel in Masdar
Nur ein grünes Deckmäntelchen?
Fred Pearce, ein Redakteur der britischen Zeitung „Guardian“, der das Projekt Dongtan über Jahre verfolgte und begleitete, zog im April 2009 ein vernichtendes Resümee: „Wir haben alle unsere Zeit verschwendet. Wir haben durch die Flüge nach Shanghai fossile Brennstoffe verbrannt um falsche Werbeversprechen an die Welt weiterzugeben. Wenn ich verbittert klinge, dann stimmt das. Ich bin es. Dieses Mal war ich persönlich ein Opfer von greenwash.“ Bleibt zu hoffen, dass sich Masdar City nicht auch als eine solche „ökologische Seifenblase“ entpuppt…

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