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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Wissenschaftsethik befasst sich mit den moralischen Verpflichtungen des Wissenschaftlers. Dazu gehört nach internationaler Übereinkunft, dass Forscher für die Ergebnisse ihrer Arbeit und deren Folgen Verantwortung übernehmen müssen.


  • Wie weit diese Verantwortung des Forschers reicht, ist ein wichtiger Punkt in der aktuellen Debatte. Unklar ist, ob er nur für seine unmittelbaren Ergebnisse oder aber auch für die aus ihnen entwickelten Anwendungen verantwortlich sein soll.


  • Ausgehend von einer Initiative der am Bau der ersten Atombombe beteiligten Physiker sind inzwischen weltweit zahlreiche Gremien, Institutionen und Komitees entstanden, die die Einhaltung ethischer Richtlinien in der Wissenschaft überwachen sollen.


  • Bei allen Versuchen, die Richtung der Forschung zu kontrollieren und als unmoralisch betrachtete Bereiche zu verbieten oder zu bremsen, muss das im Grundgesetz verankerte Recht auf Forschungsfreiheit berücksichtigt werden.


  • Gesetzliche Regelungen stellen immer einen Kompromiss aus ethischen Ansprüchen, dem Recht auf Forschungsfreiheit und -zu einem nicht geringen Teil - wirtschaftlichen Erwägungen dar. In der Genforschung muss zusätzlich auch das Recht von Patienten auf Heilung und Therapie berücksichtigt werden.


  • Eine Reihe von neuen Technologien sind heute ethisch umstritten. Dazu gehören vor allem die Forschung mit embryonalen Stammzellen, das therapeutische und das reproduktive Klonen. Weitere Gebiete sind jedoch auch Bereiche der Nanotechnologie und die Forschung an künstlichen, sich selbst replizierbaren Intelligenzen.


  • Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, aus denen sich fast unbegrenzt jeder andere menschliche Zelltyp oder jedes Gewebe züchten lassen. Sie können aus dem Blut und Knochenmark von Erwachsenen, dem Nabelschnurblut oder aus Embryonen gewonnen werden.


  • Als Klonen bezeichnet man die Technologie, mit deren Hilfe die genetisch identische Kopie eines Lebewesens erzeugt werden kann. Dabei wird eine Körperzelle des zu klonenden mit einer entkernten Spendereizelle verschmolzen. Aus dieser "Kombinationszelle" entwickelt sich ein Embryo, der mit dem Zellspender in seinem Erbgut übereinstimmt.

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